Jemens Weizenindustrie warnt vor Massenhungersnot

"Dem Jemen drohen unbezahlbare Lebensmittelpreise und Herausforderungen in der globalen Versorgungskette in einem noch nie dagewesenen Ausmaß", warnte die HSA-Gruppe in einer am Montag (16. Mai) veröffentlichten Erklärung. [SHUTTERSTOCK]

Der größte Weizenimporteur des Jemens hat in einem Schreiben an die internationalen Staats- und Regierungschef:innen dazu aufgerufen, in dem Land eine durch den Ukrainekrieg verursachte Hungersnot abzuwenden.

Der Jemen ist eines der Länder mit der größten Nahrungsmittelknappheit weltweit. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sind mehr als 17,4 Millionen Menschen im Land von Ernährungsunsicherheit betroffen, und weitere 1,6 Millionen werden in den kommenden Monaten voraussichtlich in eine lebensgefährliche Hungersnot geraten.

Das Land bezieht etwa ein Drittel seines Weizens aus der Ukraine und Russland. Der Anstieg der Weltmarktpreise für Weizen und die bedenklichen Marktschwankungen in Verbindung mit Versorgungsengpässen haben dazu geführt, dass die Nahrungsmittelbestände im ganzen Land rasch abgenommen haben.

Der Wegfall einer so bedeutenden Importquelle könnte zu einer weiteren extremen Hungersnot im Land führen, so die HSA-Gruppe, die für multinationale Organisationen und Gemeinden im Jemen und in der gesamten MENA-Region lebenswichtige Güter und Dienstleistungen herstellt und liefert.

„Dem Jemen drohen unbezahlbare Lebensmittelpreise und Herausforderungen in der globalen Versorgungskette in einem noch nie dagewesenen Ausmaß“, warnte die HSA-Gruppe in einer am Montag (16. Mai) veröffentlichten Erklärung.

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Der multinationale Konzern zeigte sich besonders besorgt darüber, dass die jüngsten Ausfuhrbeschränkungen für indischen Weizen die derzeitige Krise der Ernährungssicherheit im Jemen endgültig zunichtemachen könnten.

Nachdem Premierminister Narendra Modi zuvor erklärt hatte, Indien sei „bereit, die Welt zu ernähren“, indem es seine überschüssigen Bestände exportiert, hat die indische Regierung am Freitag (13. Mai) neue Weizenexporte untersagt.

Die Entscheidung erfolgte, nachdem eine einmonatige Hitzewelle Mitte März die Regierung veranlasst hatte, die geschätzten Produktionsmengen um mindestens 5,7 Prozent von 111 Millionen Tonnen auf 105 Millionen Tonnen zu korrigieren.

Der Schritt Indiens löste Befürchtungen aus, dass die weltweiten Lebensmittelpreise weiter steigen könnten, nachdem sie aufgrund des Ukrainekriegs bereits ein Rekordniveau erreicht hatten.

Um der sich abzeichnenden Katastrophe im Jemen vorzubeugen, hat die HSA-Gruppe im Vorfeld des von der US-Regierung einberufenen Gipfels zur globalen Ernährungssicherheit bei den Vereinten Nationen am Mittwoch (18. Mai) ein Schreiben an die internationalen Staats- und Regierungschefs gerichtet, um diese zu alarmieren und konkrete politische Vorschläge zu machen.

Unter anderem soll den jemenitischen Weizenimporteuren ein vorrangiger Zugang zu Getreidelieferungen auf den internationalen Märkten gewährt werden, indem ein spezieller Importfinanzierungsfonds eingerichtet wird. Dieser würde es den jemenitischen Importeuren ermöglichen, rasch auf Finanzmittel und Betriebskapital zuzugreifen, um die erheblichen Kosten für die Einfuhr von Nahrungsmitteln in den Jemen zu decken.

Die Gruppe forderte außerdem verlängerte Zahlungsfristen für jemenitische Nahrungsmittelimporteure bei Geschäften mit internationalen Lieferanten. Dadurch soll die Sicherung und Erfüllung von Handelsverträgen zu erleichtert werden.

Nabil Hayel Saeed Anam, geschäftsführender Direktor der HSA-Gruppe für die Region Jemen, betonte, dass die Zeit dränge und „mutiges Handeln“ erforderlich sei.

Die Gruppe erklärte, der Privatsektor tue alles in seiner Macht Stehende, um die Situation zu verbessern, könne aber nicht garantieren, dass er die Katastrophe in den kommenden Monaten abwenden könne.

„Wir sind bereit, Hand in Hand mit unseren internationalen und regionalen Partnern zu arbeiten, um Notfallmechanismen für die Ernährungssicherheit im Jemen einzurichten, die es dem Privatsektor ermöglichen, kurzfristig Weizenimporte zu erhalten und zu finanzieren“, sagte er.

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