Im Land der Obst- und Gemüsemuffel

Obst gehört im europaweiten Vergleich nicht gerade zu den Vorlieben der Deutschen. [Foto: I am Kulz/ Shutterstock]

Die Deutschen sind bei ihrem Speiseplan tendenziell sehr wenig an Obst und Gemüse interessiert, zeigt ein europaweiter Vergleich.

In einem am Freitag veröffentlichten europaweiten Vergleich belegte Deutschland nur Platz 19 von 27 gewerteten EU-Staaten. Als Kriterium des Vergleichs galt der Anteil der Bevölkerung, der täglich mindestens fünf Portionen Obst oder Gemüse verzehrt.

Das Kriterium stützt sich auf die EU-Kampagne „5 am Tag“, womit die EU eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation umsetzt. Demnach sollte man fünf Portionen Obst oder Gemüse pro Tag essen.

In Deutschland folgen nach Angaben des europäischen Statistikinstituts Eurostat 9,9 Prozent der Menschen über 15 Jahren dieser Empfehlung. Im EU-Schnitt sind es 14,1 Prozent. Am häufigsten wird „5 am Tag“ in Großbritannien (33,1 Prozent), Dänemark (25,9 Prozent) und den Niederlanden (25 Prozent) befolgt.

Auch bei den Menschen, die täglich nur ein bis viermal zu Obst und Gemüse greifen, schneidet Deutschland mit 44,9 Prozent unterdurchschnittlich ab (EU-Schnitt: 51,4 Prozent). In dieser Kategorie ist Belgien Spitzenreiter mit 71,2 Prozent. Gänzlich auf den täglichen Verzehr von Obst und Gemüse verzichten in Deutschland 45,2 Prozent der Menschen (EU-Schnitt: 34,4 Prozent).

Frauen greifen außerdem tendenziell öfter zu Obst und Gemüse als Männer. Auch das Bildungsniveau spielt eine Rolle: Je höher der Bildungsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand viel Obst und Gemüse zu sich nehme, erklärten die Statistiker von Eurostat.