GAP: Frauen für Italiens Landwirtschaft

Gerade traditionell "weibliche" Aufgaben in der Landwirtschaft - wie beispielsweise die Weiterverarbeitung (hier von Kaktusfeigen) - sind für eine Modernisierung des Sektors unerlässlich. [SHUTTERSTOCK]

This article is part of our special report Nachwuchs und Frauen für die EU-Landwirtschaft.

EURACTIVs Medienpartner Sicilia Agricoltura berichtet, wie Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU einem Familienunternehmen in Süditalien bei der Wiederbelebung sowie in Bezug auf Innovationen geholfen hat.

Anna Savasta und ihre Schwägerin Marinella Romano sind zwei Kleinbäuerinnen in Roccapalumba. Das Dorf wird von Einheimischen die „Stadt der Sterne“ – oder auch „Stadt der Kaktusfeigen“ – genannt.

Um Kaktusfeigen geht es auch für Savasta und Romano: Sie hatten für die Renovierung mehrerer Gebäude, die heute zur Produktion von Kaktusfeigen dienen, Mittel aus EU-Töpfen erhalten.

„Dank der EU-Hilfen konnten wir unser Familienunternehmen retten,“ erzählen die beiden. Mit  der finanziellen Unterstützung der EU habe man eine Reihe von technischen Geräten wie eine Kalibriermaschine, eine Bürstenwalze für Obst sowie eine Verpackungsmaschine anschaffen können.

Die EU-Beihilfe finanzierte außerdem den Bau eines Kühlhauses, um die Früchte länger lagern und somit besser verkaufen zu können, aber auch einen Streichelzoo mit einem Multimedia-Raum.

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Überalteter Agrarsektor

Das nächste Ziel der EU-Landwirtschaftspolitik müsse eine solche Modernisierung des eher veralteten Agrarsektors sein, glauben die beiden Italienerinnen. Es brauche einen „radikalen Wandel“ in Bezug auf neue Technologien sowie einen Generationenwandel.

Nur 5,6 Prozent aller europäischen Betriebe werden von Landwirten unter 35 Jahren bewirtschaftet, während mehr als 31 Prozent der Bauern über 65 Jahre alt sind. Somit sind insgesamt 3,2 Millionen Landwirte eigentlich im Rentenalter.

Für den Erfolg der EU-Agrarpolitik nach 2020 werden als Eckpfeiler vor allem Wissen, Innovation und Technologie angesehen. Dabei sollen unter anderem sogenannte „technische Hilfsdienste“ den Agrarunternehmern Beratung, Fachwissen und Innovationen zur Verfügung stellen.

Um die Ziele zu erreichen, braucht die europäische Landwirtschaft angemessene Finanzmittel. Die nächste GAP soll im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen der EU allerdings „nur“ noch 38 Prozent ausmachen (was immerhin rund 52 Milliarden Euro bedeutet). Vor einigen Jahrzehnten stand die GAP noch für etwa 50 Prozent des EU-Budgets.

Frauen in der italienischen Landwirtschaft

Ein solcher „smarter“ und widerstandsfähiger Landwirtschaftssektor muss vor allem Frauen stärker einbinden, denn es zeigt sich: Gerade die traditionell „weibliche“ Arbeit und ihre Verknüpfung unterschiedlicher landwirtschaftlicher Tätigkeiten ist bei den neuen Ansätzen gefragt.

Dazu zählt beispielsweise die Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen: Es sind nach wie vor meist Frauen, die eine Feldfrucht in ein verkaufbares Produkt verwandeln.

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Heute wird jeder dritte Landwirtschaftsbetrieb in Italien von einer Frau geführt; über 400.000 Frauen sind im Sektor beschäftigt.

Traditionelle „Frauenarbeit“ kann in dieser Hinsicht besonders zur Qualitätsverbesserung der Produkte beitragen. So wird altes Agrar-Wissen zu einem wirtschaftlichen Faktor.

Gerade im sogenannten Agrotourismus zeigt sich bereits heute der Erfolg weiblichen Unternehmertums: Alte Höfe sind zu attraktiven Bauernhäusern mit viel Komfort umgebaut worden. Im Bereich Agrotoruismus steigt die Nachfrage trotz der Wirtschaftskrise in Italien beständig.

Und: 40 Prozent der Agrotourismus-Unternehmen Italiens werden von Frauen geführt.

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