Frankreichs Senat fordert nationalen „Tag der Landwirtschaft“

Der geforderte Landwirtschaftstag könne die Möglichkeit bieten, die Besonderheiten der Branche hervorzuheben, die lokale Industrie zu stärken, die Attraktivität der landwirtschaftlichen Arbeitsplätze zu erhöhen und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu fördern. [StockMediaSeller/Shutterstock]

Viele Landwirte leiden heute unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und einem Mangel an Anerkennung; ein nationaler Tag der Landwirtschaft würde ihre Arbeit würdigen und sichtbarer machen, heißt es in einem Entschließungsantrag des französischen Senats. EURACTIV Frankreich berichtet.

Die „Exzellenz“ des französischen Lebensmittelmodells bekräftigen und „unser Lebensmittelerbe“ in Frankreich und im Ausland zur Geltung bringen: Dies sei die grundlegende Idee hinter dem Entschließungsantrag zur Einführung eines nationalen „Tags der Landwirtschaft“, den der Senat bereits im März vorgelegt hat und dessen vollständiger Text nun am vergangenen Dienstag veröffentlicht wurde.

Der Agrar- und Ernährungssektor sei ein „Quell des französischen Nationalstolzes“, argumentieren die unterzeichnenden Senatoren. Mit den 430.000 direkten Arbeitsplätzen in der Agrar- und Ernährungsindustrie sowie den 2,4 Millionen Arbeitsplätzen, die von der Branche indirekt abhängen, ist sie vor allem auch ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor.

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Doch während Frankreich einer der führende Agrarexporteur in der Europäischen Union und die heimische Agrar- und Ernährungsindustrie ein hochinnovativer Sektor bleiben/werden soll, wie die Senatoren fordern, gibt es offensichtliche Probleme: Neben der Herausforderung des ökologischen Wandels habe man „schwierige wirtschaftliche Bedingungen“ und eine „mangelnde Anerkennung“ für die landwirtschaftlichen Berufe zu beklagen.

Dies führe auch dazu, dass die Arbeit für junge Leute immer immer unattraktiver werde: Jeder zweite Landwirt ist heute über 55 Jahre alt; ein Viertel der französischen Bauernhöfe könne bereits in 15 Jahren „verschwunden“ sein, warnen die Unterzeichner.

Zeitgleich habe aber gerade die Pandemie daran erinnert, wie wichtig der Sektor für die französische Ernährungssouveränität ist: „Die Landwirtschaft ist ein grundlegend wichtiger Sektor für die Nation,“ so die Senatoren in ihrem Vorschlag.

Dies spiegele sich auch im „wachsenden Interesse der Verbraucher“ an der Qualität, Rückverfolgbarkeit und Sicherheit ihrer Lebensmittel wider. Für die Kundinnen und Kunden werden kurze Lieferketten, Unterstützung der lokalen und/oder heimischen Produzenten und eine verantwortungsvollere Landwirtschaft demnach immer wichtiger.

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Als „Schau- und Werbefenster“ für die Fachleute des Agrar- und Ernährungssektors würde der geforderte Landwirtschaftstag die Möglichkeit bieten, die Besonderheiten der Branche hervorzuheben, die lokale Industrie zu stärken, die Attraktivität der landwirtschaftlichen Arbeitsplätze zu erhöhen und gute nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken zu fördern, so der Senatsentwurf.

Der „Nationale Tag der Landwirtschaft“ würde auch dazu beitragen, das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für die Herausforderungen einer gesünderen Ernährung zu schärfen, heißt es weiter.

Zu guter Letzt würde der der französischen Landwirtschaft gewidmete Tag dem „Bedürfnis nach einem Dialog“ zwischen Erzeugern und Verbrauchern nachkommen. So könne man „das Vertrauen wiederherstellen und das gemeinsame Nachdenken über die Zukunft unseres Landwirtschaftsmodells fördern.“

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