Frankreich stimmt gegen nationales Glyphosat-Verbot

Glyphosat wird für weitere fünf Jahre in der EU eingesetzt werden. In Frankreich scheiterte ein nationales Verbot. [Foto: Shutterstock]

Nachdem das Verbot von Glyphosat auf EU-Ebene erst einmal gescheitert ist, hat sich nun auch Frankreichs Parlament dagegen ausgesprochen. Präsident Macron hatte sich für die Abschaffung des Herbizids stark gemacht.

In der Nacht zu Dienstag hat die Pariser Nationalversammlung gegen das gesetzliches Aus für den umstrittenen Unkrautvernichter gestimmt. Präsident Emmanuel Macron hatte im Herbst angekündigt, die Substanz innerhalb von drei Jahren zu verbieten.

Auch Macrons Partei La République en Marche (LREM) stimmte gegen ein Glyphosat-Verbot. Abgeordnete argumentierten in der Debatte, dies würde die Landwirte mangels Alternativen vor massive Probleme stellen. Glyphosat ist der Hauptbestandteil des Herbizids Roundup, das der US-Konzern Monsanto vertreibt. Die französische Regierung setzt nun nach Angaben eines Sprechers auf eine freiwillige Selbstverpflichtung von Landwirten und Industrie, Glyphosat ab dem Frühjahr 2021 nicht mehr einzusetzen. Zudem soll die Suche nach alternativen Mitteln vorangetrieben werden.

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Glyphosat wird seit über 40 Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der deutsche Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied verteidigte den Einsatz und verwies auf strenge Regeln. “Wir dürfen Glyphosat beispielsweise nicht vor der Ernte einsetzen. Wir setzen Glyphosat nur ab und an ein”, sagte er dem Deutschlandfunk. Das Mittel werde nicht jedes Jahr und nicht auf jedem Feld ausgebracht.

In Deutschland ist die Verwendung des weltweit meistverkauften Herbizits bisher erlaubt.  Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte dennoch Mitte April erklärt, dass sie ein Teilverbot von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich, öffentlichen Grünanlagen sowie in Wasser und in Naturschutzgebieten plane.

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Glyphosat ist eines der weltweit meistverkauften Herbizide. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten das Mittel für wahrscheinlich krebserregend“. Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU kamen hingegen zu dem Schluss, dass von dem Unkrautvernichter keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Die EU hatte die Zulassung von Glyphosat im November mit deutscher Zustimmung um fünf Jahre verlängert. Daraufhin kündigte Macron Schritte für  ein nationales Verbot an.

Derzeit laufen noch die Vorbereitungen einer Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto, der Glyphosat herstellt, durch den Bayer-Konzern. Mitte Juni soll die Übernahme abgeschlossen sein.

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