EU will Tests für Importreis aus den USA einführen [DE]

Die Europäische Union plant, Unternehmen, die Reis aus den USA einführen, zu verpflichten, nachzuweisen, dass der importierte Reis keine Spuren der verbotenen Reissorte LLRICE 601 enthält.

Die Gespräche zwischen der EU und den USA wurden am Donnerstag (19. Oktober 2006) abgebrochen, nachdem keine Einigung über eine amtliche Bescheinigung, mit der der amerikanische Importreis als nicht genetisch verändert erklärt werden sollte, erreicht werden konnte.

Ein Vorschlag, der ‚Gegentests’ für alle Importe von Langkornreis aus den USA vorsieht, wird dem Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette nach Angaben der Kommission am Montag vorgelegt werden. Wie die Kommission andeutete, sollen die Tests von den nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten auf Kosten der Exporteure ausgeführt werden.

Die Maßnahmen wurden ergriffen, nachdem im August 2006 bekannt wurde, dass die in der EU nicht zugelassene gentechnisch veränderte Reissorte LL601, die von Bayer CropScience hergestellt wird, auf den europäischen Markt gelangt und in den Supermärkten bereits seit Januar 2006 angeboten wurde. Daraufhin wurde Reis aus den USA an den EU-Grenzen systematischen Kontrollen unterzogen (siehe EURACTIV vom 24. August 2006). 

Die Kosten für die Tests müssten von den Exporteuren selbst getragen werden, sagte Philip Tod, Pressesprecher der Kommission für Gesundheits- und Verbraucherfragen. Nur wenn die Tests ergäben, dass Importreis weder LLRICE501 noch andere genetisch veränderte Organismen enthalte, könne die Fracht freigegeben werden, so Tod.

Die Tests werden sich auch auf LLRICE62, eine weitere verbotene Genreissorte, die kürzlich von den französischen Behörden entdeckt worden ist, erstrecken.

Wie Tod weiter ausführte, ginge es nicht vorrangig um den Umstand, dass genetisch veränderte Organismen die öffentliche Gesundheit gefährden könnten. Das Problem bestehe darin, dass es sich um einen genetisch veränderten Organismus handele, der in der EU nicht zugelassen sei, erklärte Tod.

Vertreter der US-Vertretung bei der EU lehnten jeden Kommentar ab und verwiesen auf eine Stellungnahme aus Washington, die für später erwartet wird. 

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