EU „verliert“ Debatte über Schuld an Nahrungsmittelknappheit

Die strategische Kommunikation mit afrikanischen und asiatischen Ländern sei eine entscheidende Herausforderung für die gesamte EU, betonte der tschechische Minister. [EPA-EFE/MILAN JAROS]

Afrikanische und asiatische Länder sind aufgrund der russischen Blockade des Schwarzen Meeres mit Nahrungsmittelknappheit konfrontiert, geben aber oft der EU die Schuld, warnte der tschechische Außenminister Jan Lipavský.

Die strategische Kommunikation mit afrikanischen und asiatischen Ländern sei eine entscheidende Herausforderung für die gesamte EU, betonte der tschechische Minister.

„Die Europäische Union verliert derzeit die Debatte in Afrika und Asien darüber, wer die Schuld (an der Nahrungsmittelkrise) trägt. Sie wird weitgehend zu Unrecht der EU und Europa angelastet“, sagte Lipavský.

Der Minister fügte hinzu, dass die EU die Lebensmittelexporte nicht blockiere, sondern sie im Gegenteil unterstütze.

Am Dienstag schlug die EU-Kommission vor, 600 Millionen Euro für die Bewältigung der Nahrungsmittelkrise in Afrika, der Karibik und dem Pazifik zu mobilisieren. Die Mittel reichen jedoch nicht aus. Lipavský zufolge weist die EU Lücken in der Kommunikation mit Afrika und Asien auf.

„Ehrlich gesagt, interessiert es diese Länder nicht, warum die Lebensmittel nicht aus Europa kommen. Sie hören von Putin, dass die (EU-)Sanktionen daran schuld sind“, sagte Lipavský gegenüber EURACTIV.cz.

Lipavský betonte, es sei eine große Aufgabe für die EU und Tschechien, den betroffenen Ländern zu erklären, dass die Ukraine aufgrund der russischen Invasion kein Getreide exportieren könne.

Die Zusammenarbeit mit dem indopazifischen Raum und Afrika wird eine der außenpolitischen Prioritäten der kommenden tschechischen Präsidentschaft im Rat der EU sein, die am 1. Juli 2022 beginnt.

 

 

 

 

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