EU-Kommission: fünfjährige Verlängerung von Glyphosat-Zulassung

Im Tauziehen um die Zukunft des Unkrautvernichters Glyphosat hat die EU-Kommission einen neuen Vorschlag unterbreitet. [Chafer Machinery/Flickr]

Im Tauziehen um die Zukunft des Unkrautvernichters Glyphosat hat die EU-Kommission einen neuen Vorschlag unterbreitet.

Die Behörde schlug den Mitgliedstaaten vor, „die Genehmigung für Glyphosat für

fünf Jahre zu erneuern“, wie eine Sprecherin am Freitag mitteilte. Eine
Abstimmung der EU-Regierungen im zuständigen Fachausschuss ist demnach am 9.
November geplant.

 

Alternativen zu Glyphosat in fünf Jahren? – "Schwierig, aber nicht unmöglich"

Das EU-Parlament hat gestern beschlossen, die Nutzung des Herbizids Glyphosat ab 2023 EU-weit zu verbieten.

In der EU wird seit Jahren um das weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel gestritten. Wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht. Zudem verweisen Umweltschützer auf Gefahren für den Natur- und Artenschutz. Die bisherige Zulassung in Europa läuft am 15. Dezember aus.

 

Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine zehnjährige Verlängerung angestrebt. Das Europaparlament verlangte am Dienstag in einer Resolution aber ein endgültiges Aus für das Herbizid bis spätestens zum 15. Dezember 2022. Wie die Kommissionssprecherin auf AFP-Anfrage sagte, zielt der Kommissionsvorschlag „auf eine Erneuerung und nicht ein Auslaufen“.

 

Einsatz von Glyphosat weiter in der Schwebe

Die Experten der EU-Mitgliedstaaten fassten am Mittwoch keinen verbindlichen Beschluss zur Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in Europa.

Bei einer Sitzung des EU-Fachausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel am Mittwoch wurden laut Kommission mit den Vertretern der 28 Mitgliedstaaten „mehrere Optionen“ diskutiert. Es fand aber keine Abstimmung statt.

 

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner kritisierte am Freitag, der Vorschlag einer fünfjährigen Verlängerung sei „ein reiner Scheinkompromiss“, wenn sich außer der Jahreszahl nichts ändere. Das Europaparlament habe schließlich keine Verlängerung um fünf Jahre beschlossen, „sondern einen Ausstieg“ binnen fünf Jahren. Die Kommission müsse dies in ihren Vorschlag aufnehmen, sonst werde er wieder keine Mehrheit finden. „So ginge nach fünf Jahren einfach alles wieder von vorne los.“