EU-Agentur befürwortet methanreduzierenden Futtermittelzusatzstoff für Milchkühe

Die enterische Fermentation - gasförmige Emissionen von Wiederkäuern wie Milch- und Fleischrindern - gilt als die wichtigste Methanquelle im Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten. [SHUTTERSTOCK/GOODLUZ]

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat einen neuen Futtermittelzusatzstoff zur Reduzierung der Methanemissionen aus der enterischen Fermentation von Milchkühen als wirksam eingestuft.

Am Freitag (19. November) veröffentlichte das EFSA-Panel (FEEDAP), das wissenschaftliche Beratung zur Wirksamkeit von Zusatzstoffen, Erzeugnissen oder Substanzen in der Tierernährung anbietet, ein Gutachten zu dem von der niederländischen Firma DSM entwickelten Produkt Bovaer.

Der Futtermittelzusatzstoff zielt darauf ab, das Enzym zu unterdrücken, das die Methanproduktion im Pansen, einer der sieben Mägen einer Kuh auslöst. Nach Angaben von DSM reduziert der Zusatzstoff die Methanemissionen im Darm von Milchkühen um etwa 30 % und bei Rindern um 90 %.

Eine wissenschaftliche Bewertung des Produkts wurde von der Europäischen Kommission angefordert, die die EFSA fragte, ob der Zusatzstoff die Methanemissionen von Milchkühen reduziert.

Das FEEDAP-Panel kam zu dem Schluss, dass der Zusatzstoff die Methanemissionen von Milchkühen unter den vorgeschlagenen Anwendungsbedingungen wirksam reduziert. Diese Schlussfolgerung wurde auf alle anderen Wiederkäuer zur Milchproduktion und Reproduktion ausgedehnt.

Der EFSA zufolge ist Bovaer in der empfohlenen Höchstmenge auch für Milchkühe sicher, und sie fügte hinzu, dass die Verwendung des Zusatzstoffs unter den vorgeschlagenen Bedingungen für die Sicherheit der Verbraucher:innen und die Umwelt unbedenklich ist.

Die wissenschaftliche Risikobewertung der EFSA erfolgt unabhängig vom Risikomanagement, zu dem auch die Zulassung von Stoffen, Produkten, Angaben oder Verfahren gehört, die in der Europäischen Union auf den Markt gebracht werden.

Dies bedeutet, dass die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten in den kommenden Monaten über die Zulassung des Produkts und die Bedingungen für seine Verwendung entscheiden werden.

Das Produkt hat bereits von den brasilianischen und chinesischen Behörden grünes Licht für die Vermarktung erhalten.

Dies ist die erste wissenschaftliche Bewertung der EFSA für einen Futtermittelzusatzstoff, der die Methanemissionen von Rindfleisch reduzieren soll.

Methan ist ein Treibhausgas, das, obwohl es kurzlebig ist, ein größeres Potenzial zur Wärmespeicherung hat als Kohlendioxid, da es über einen Zeitraum von 20 Jahren 84 Mal mehr Wärme speichert und dadurch massiv zum Treibhauseffekt beiträgt.

Die sogenannte enterische Fermentation – gasförmige Emissionen von Wiederkäuern wie Milch- und Fleischrindern – gilt als die größte von Menschen verursachte Methanquelle.

Bereits in den ersten Tagen der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow wurde eine erste globale Verpflichtung zur Senkung der Methanemissionen um mindestens 30 % unter das Niveau von 2020 bis 2030 beschlossen.

Die Initiative wurde von den USA und der EU angeführt, die weitere 103 Länder versammelten, die zusammen 46 % der weltweiten Methanemissionen verursachen und 70 % der Weltwirtschaft repräsentieren. Darunter befanden sich mehrere Länder mit hohem Viehbestand wie Brasilien, Kanada, Argentinien und Neuseeland.

Einige Länder mit hohen Methanemissionen haben sich jedoch dafür entschieden, der Verpflichtung nicht nachzukommen, darunter China, Indien, Australien und Russland.

Wissenschaft und Technologie können dazu beitragen, die Reduzierung zu erreichen, indem sie innovative Futtermittelzutaten unterstützen, die die Methanemissionen aus der enterischen Fermentation minimieren.

Die globale Verpflichtung konzentriert sich auch auf technische Maßnahmen wie Futtermittelzusätze, die nach Angaben der UN die Emissionen in diesem Sektor bis 2030 um 20 % pro Jahr senken können.

Was die COP26-Methanversprechen für die Landwirtschaft bedeuten

Der Agrarsektor, einer der größten Methanverursacher der Welt, wird von der ersten globalen Verpflichtung betroffen sein, die Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 % unter das Niveau von 2020 zu senken.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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