Drei Viertel des französischen Obstes zeigen Pestizidrückstände

89 Prozent der Traubenproben waren mit Pestiziden belastet. [Roberto Verzo/Flickr]

Eine kürzlich von der französischen NGO Générations Future veröffentlichte Studie zeigt, dass 72,6 Prozent der Nicht-Biofrüchte Pestizidrückstände aufweisen. EURACTIV Frankreich berichtet.

Der Bericht, der auf offiziellen Daten der französischen Generaldirektion für Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) basiert, untersuchte das Vorhandensein von Pestizidrückständen in Proben von 19 Obst- und 33 Gemüsesorten in Frankreich.

Zwischen 2012 und 2016 waren demnach 72,6 Prozent des Obstes und 41,1 Prozent des Gemüses aus konventionellem Anbau mit Pestiziden kontaminiert. Beunruhigend dabei ist, dass 2,7 Prozent der Obst- und 3,5 Prozent der Gemüseproben Pestizidwerte oberhalb der erlaubten Rückstandshöchstmenge (maximum residue limit, MRL) aufwiesen.

Die am stärksten kontaminierten Obstsorten sind Trauben (89 Prozent der Proben zeigten Rückstände), Clementinen und Mandarinen (88,4 Prozent) und Kirschen (87,7 Prozent). Außerdem überschreiten 6,6 Prozent der Kirschproben und 4,8 Prozent der Mangoproben die MRL. Die am stärksten kontaminierten Gemüse sind Sellerie, frische Kräuter und Endivien.

Pestizid-Rückstände in praktisch allen EU-Lebensmitteln

Über 97% der europäischen Lebensmittel weisen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Ein Bericht von EURACTIV-Partner Journal de l’Environnement.

„Angesichts der Auswirkungen von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit unterstreichen diese Zahlen die absolute Notwendigkeit, das Agrarmodell zu ändern,“ schlussfolgerte der S&D-Abgeordnete Eric Andrieu. „Wir müssen unsere Landwirte beim Übergang zu umweltfreundlicheren und verbraucherfreundlicheren Produktionsmethoden unterstützen.“

Die Staatssekretärin im französischen Umweltministerium, Brune Poirson, schrieb auf Twitter, dass der Bericht „die Notwendigkeit zeigt, den unkontrollierten Gebrauch von agrochemischen Produkten wie Glyphosat zu stoppen“.

Glyphosat, der Hauptwirkstoff von Monsantos bekanntem Herbizid RoundUp, wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.

Nach einer einmonatigen Debatte und trotz heftigen Widerstands vieler Bürger beschloss die EU-Kommission im Dezember 2017 dennoch, die Lizenz für die Vermarktung von Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern.

Als Folgemaßnahme setzte das Europäische Parlament einen Sonderausschuss für Pestizide (PEST) ein, der sich mit dem Zulassungsverfahren der EU für Pestizide sowie mit den „potenziellen Mängeln bei der wissenschaftlichen Bewertung und Zulassung von Stoffen“ befasst.

Deutsche Position entscheidend: Glyphosat wird für weitere fünf Jahre zugelassen

Die EU-Mitgliedstaaten haben entschieden, dass das umstrittene Herbizid für weitere fünf Jahre zugelassen wird. Entscheidend war dabei die deutsche Stimme.

Auf europäischer Ebene erlaubt das derzeitige Zulassungsverfahren keine rasche Entfernung (potenziell) gefährlicher Stoffe vom Markt. Wie im Fall Glyphosat gut zu beobachten war, können solche Mittel weiter verkauft werden, solange eine Erneuerung ihrer Zulassung noch aussteht.

Darüber hinaus erlaubt die Richtlinie aus dem Jahr 2009 nur das Verbot von Pflanzenschutzmitteln und anderen Stoffen, die nach der Umsetzung dieser Richtlinie eine Vertriebsgenehmigung erhalten haben.

„Unser PEST-Ausschuss wird alle verfahrenstechnischen Möglichkeiten nutzen, um unseren Bürgern den Zugang zu gesunden Lebensmitteln zu gewährleisten. Die Verbindung zwischen Gesundheit und Ernährung wird sich als ein roter Faden durch unsere Arbeit ziehen,“ kündigte MEP Eric Andrieu an.

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