Deutscher Landwirtschaftsminister fordert weitere Genehmigung von Glyphosat

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) fordert, das umstrittene Glyphosat weiter zuzulassen. [Foto: dpa]

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt drängt die EU-Kommission zur Verlängerung der Genehmigung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

„Es ist vertretbar, Glyphosat anzuwenden“, sagte Christian Schmidt (CSU) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Das sagen alle wissenschaftlichen Untersuchungen der zuständigen deutschen und europäischen Behörden und das sollte Maßgabe für die Entscheidung sein.“ Er sehe rechtlich keine Grundlage, die Genehmigung zu verweigern, sagte Schmidt.

Das Herbizid ist hoch umstritten. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte die EU-Kommission Ende Juni vergangenen Jahres mangels einer Mehrheit der Mitgliedstaaten für oder gegen Glyphosat die Zulassung vorerst um anderthalb Jahre verlängert. Zum Jahresende läuft die Übergangslösung aus. Im Gespräch ist nun eine Verlängerung um zehn Jahre.

Die EFSA und das Glyphosat

Die EFSA, die europäische Lebensmittel-Agentur, steht aufgrund ihrer Bewertung von Glyphosat in der Kritik.

Protest gegen Glyphosat auch immer wieder von den Grünen

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Europäische Bürgerinitiative für das Verbot von Glyphosat nur vier Monate nach ihrem Start die nötige Beteiligung von einer Million Unterstützern erreicht. Protest gegen Glyphosat kommt auch immer wieder von den Grünen, die die Initiative als „wichtigen Erfolg“ feierten.

Schmidt sagte der „NOZ“, die Politik müsse nach belastbaren Gesichtspunkten entscheiden und dürfe sich nicht von emotionalen Stimmungen leiten lassen.

Glyphosat: Politik vs. Wissenschaft?

Politische Meinungen könnten weitgehend akzeptierte wissenschaftliche Ansichten nicht aufheben, so Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis nach heftiger Kritik von Seiten der S&D-Fraktion.

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