Das EURACTIV Kürbis-Briefing

Die Grimasse im Kürbis soll an Halloween vor ungewünschten Besuchern aus dem Totenreich schützen. [solarseven/ Shutterstock]

Halloween ist das Fest des Kürbis. Millionenfach wird er am Tag vor Allerheiligen mit Grimassen verziert und vor Haustüren gestellt. Aber woher kommt diese Tradition überhaupt? Damit Sie nicht völlig unvorbereitet in den Tag gehen, hat EURACTIV ein kleines Kürbis-Briefing mit den wichtigsten Fakten für Sie zusammengestellt.

Spanien ist Kürbischampion

  • 26 Millionen Tonnen: So viel Kürbismasse wurde laut der aktuellsten Daten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN im Jahr 2016 geerntet. Anbauweltmeister war dabei China mit knapp 30 Prozent der weltweiten Ernte. Auf Platz zwei und drei folgen Indien und Russland.
  • In der EU wurden 2017 laut Eurostat rund 24.000 Hektar zum Kürbisanbau verwendet. Der EU-Staat, der am meisten Kürbisse produzierte, war Spanien mit 150.000 Tonnen.
  • In Deutschland hatte die Kürbisernte jahrelang stark zugenommen. Zwischen 2012 und 2017 hatte sich die Anbaufläche um etwa ein Drittel auf rund 4000 Hektar erhöht. Heute hat das statistische Bundesamt bekannt gegeben, dass Anbau und Ernte wieder abnehmen: Im vergangenen Jahr wurden gut 78.100 Tonnen Speisekürbisse geerntet, das sind etwa 15 Prozent weniger als im Rekordjahr zuvor.

 

Vergangenheit als Viehfutter

  • Der Kürbis stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und wurde dort schon vor 10.000 Jahren von der indigenen Bevölkerung gegessen. Damit sind Kürbisrezepte deutlich älter als die ersten Pyramiden – die wurden vermutlich um 2.500 v.Chr. errichtet-
  • Christoph Kolumbus brachte den Kürbis angeblich nach Europa. Dort wurde er bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem als Viehfutter verwendet

 

Pakt mit dem Teufel

  • Das gruselige Gesicht, das in Kürbisse geschnitzt wird, geht auf die Legende des irischen Trunkelboldes Jack O’Lantern zurück. Dieser begegnete angeblich dem Teufel in einer Bar und handelte einen Pakt mit ihm aus, um seine Seele zu retten. Seitdem geistert er zwischen der den Welten umher und kommt nicht zur Ruhe. Nur eine in eine Karotte geschnitzte Kerze spendet ihm Licht. Im Laufe der Zeit wurde aus der Karotte traditionell der Kürbis.
  • Die Grimasse geht auf den Ursprung Halloweens als Samhain, dem keltischen Totenfest zurück. Am Tag vor Allerheiligen, so der alte irische Glaube, öffnen sich die Tore zur Unterwelt. Um unerwünschte tote Seelen fernzuhalten, entstand die Tradition der gruseligen Verkleidung und der Kürbisgesichter.

 

Belgier haben die dicksten Kürbisse

  • Bei der eurpopäischen Kürbismeisterschaft am 13. Oktober, die alljährlich im deutschen Ludwigsburg stattfindet, standen dieses Jahr drei Belgier aus der Region um Antwerpen an der Spitze. Den schwersten Kürbis brachte dabei 1.013 Kilogramm auf die Waage, Platz zwei waren 979 Kilo und Platz drei immerhin noch 860 Kilogramm Kürbisgewicht. Der Weltrekord hält ebenfalls ein Belgier inne: Mathias Willemijns präsentierte im Jahr 2016 einen Kürbis von 1190,5 Kilogramm.

 

Gut zu wissen

Kürbisse bestehen zu 80 Prozent aus Wasser. Und wer sich schon immer gefragt hat, zu welcher Gattung die Zucchini zählt – auch sie ist ein Kürbisgewächs.

 

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