Stromkonzerne führen Liste der CO2-Verschmutzer an [DE]

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RWE, Enel und E.ON haben zwischen 2005 und 2007 die meisten CO2-Emissionen verursacht, hauptsächlich aufgrund der großen Abhängigkeit von Stein- und Braunkohle zur Energieerzeugung. Dies hat Carbon Market Data, ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen, herausgefunden.

Die Statistiken basieren auf den gemeldeten Emissionen des ersten Handelszeitraums (2005 bis 2007) des Emissionshandelssystems der EU (EU-ETS, siehe Links Dossier). Die Angaben für 2007 sind zu diesem Zeitpunkt nur vorläufig.

Der deutsche Energiekonzern RWE wurde von der Studie als der größte Verschmutzer ausgemacht. Das Unternehmen ist bei der Stromerzeugung stark von Stein- und Braunkohle abhängig. Aus der Studie geht hervor, dass von 44,5 Gigawatt Strom, die RWE im Jahr 2007 erzeugte, 24,8 Gigawatt mithilfe von Stein- und Braunkohle erzeugt wurden.

Diese beiden Faktoren – die enorme Energieerzeugungskapazität von RWE gekoppelt mit der starken Abhängigkeit von Stein- und Braunkohle – machten das Unternehmen mit Abstand zum größten CO2-Emittenten in Europa, sagte das Forschungsunternehmen.

Im Gegensatz dazu zählten zu den Unternehmen mit dem größten Überschuss an CO2-Verschmutzungszertifikaten im selben Zeitraum folgende:

  • ArcelorMittal (18,5 Millionen europäische Emissionszertifikate);
  • Eesti Energia (5,3 Millionen europäische Emissionszertifikate), und; 
  • Dalkia (4 Millionen europäische Emissionszertifikate).
    Im Beispiel ArcelorMittal, der weltweit größte Stahlproduzent, könne dieser enorme Überschuss von 18,5 Millionen Zertifikaten pro Jahr dem Unternehmen helfen, den Anstieg der Energiepreise standzuhalten, zu dem es seit Beginn des EU-Emissionshandelssystems gekommen sei, sagte das Forschungsunternehmen.

Während der Anfangsphase des Systems wurden Emissionszertifikate kostenlos vergeben. Dies stellt eine mögliche weitere, ansehnliche Gewinnquelle für die betroffenen Unternehmen dar. Kohlestoffpreise für den Zeitraum 2008 bis 2012 belaufen sich derzeit auf etwa 20 bis 25 Euro pro Tonne.

Energieintensive Industriezweige, unter anderem Stahl-, Zement- und chemische Schwerindustrie, forderten wiederholt eine gesonderte Behandlung im Rahmen des EU-ETS, um sich vor steigenden Energiekosten zu schützen. Ohne eine derartige Behandlung, so warnten sie, könnten sie gezwungen sein, den Standort ihrer Fabriken in andere Teile der Welt zu verlagern, womit tausende von Arbeitsplätzen in Europa gefährdet wären. 

Als Teil ihrer Pläne zur Überarbeitung des EU-ETS legte die Kommission eine Reihe von Optionen vor, mit denen Bedenken der Industrie über steigende Energiekosten aus dem Weg geräumt und Standortwechsel verhindert werden sollen. Eine der Optionen ist die Erweiterung des Systems, wobei CO2-Verschmutzungszertifikate nach 2012 kostenlos verteilt würden. Die Kommission sagte, sie würde die Situation 2010 unter Einbezug der Ergebnisse der Weltklimagespräche prüfen.

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