Neue internationale Agentur zur Förderung erneuerbarer Energien [DE]

WindEnergy_4.jpg

Die gemeinsamen Anstrengungen, die weltweite Nutzung erneuerbarer Energien auszuweiten, haben vor kurzem Auftrieb erhalten, da sich Länder aller Kontinente geeinigt haben, die Einrichtung einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zu unterstützen. 

Die Agentur ist eine Initiative Deutschlands, Spaniens und Dänemarks und soll im Januar 2009 in Bonn gegründet werden, nachdem sich 51 Länder bei einer Konferenz in Madrid am 23. und 24. Oktober 2008 auf ihr Statut geeinigt haben.

IRENA soll die erste wirklich internationale Organisation sein, die sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländern Unterstützung und konkrete Ratschläge zukommen lässt, damit diese den Anteil erneuerbarer Energien auf dem Weg zu einer CO2-armen Wirtschaft erhöhen können. Sie wird eng mit anderen verwandten internationalen Organisationen und Initiativen zusammenarbeiten und ihre Dienste nur auf Anfrage der Mitgliedstaaten anbieten. 

Details zur Größe der Agentur bleiben noch unklar, jedoch ist eine „schlanke“ Struktur vorgesehen. Unterzeichnerländer können Vorschläge für ihren Hauptsitz sowie für den Posten des Generaldirektors einreichen. 

Das Mandat der Agentur umfasst sämtliche Formen erneuerbarer Energien, darunter Bio-, Sonnen- und Windenergie. 

IRENA soll die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, eine der Förderung erneuerbarer Energien zuträgliche, politische Umwelt zu schaffen, um die  Leistungsfähigkeit der Länder in diesem Bereich zu erhöhen. Die Bereitstellung von Informationen zu Best Practice-Erfahrungen und die Förderung des Technologietransfers zählen zu den wichtigsten Maßnahmen, um das Ziel zu erreichen, alle Länder mit verlässlichen Informationen über neuestes Fachwissen und wirksame Finanzierungsoptionen zu versorgen. 

Der deutschen Regierung zufolge, die während der Vorbereitungsphase die führende Rolle innehatte, wünscht sich eine große Mehrheit der Länder, die sich ehrgeizige Ziele zur Förderung der erneuerbaren Energien als Teil des nationalen Energiemix gesetzt hat, detaillierte Informationen und Ratschläge zu diesem Thema. 

Die globale Reichweite soll den Mehrwert von IRENA ausmachen. Sie wird versuchen, die zahlreichen Hindernisse bei der Erschließung erneuerbarer Energiequellen wie den Mangel an öffentlichem Bewusstsein und an korrekten Informationen, Marktverzerrungen zu Gunsten der traditionellen Energiequellen und ineffiziente politische Rahmenbedingungen, zu beseitigen. Erfahrungswerte und niedrigere Preise durch Kostendegression („economies of scale“) sollen dabei helfen, die Verbreitung sauberer Energien voranzutreiben.

Die EU hat als Antwort auf die doppelte Herausforderung der Erderwärmung und der Energiesicherheit das verbindliche Ziel angenommen, bis 2020 20% ihres Energiebedarfs mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu decken. Im Januar 2008 hat die Kommission unterschiedliche Ziele für jedes Mitgliedsland vorgeschlagen, abhängig von ihrem Bruttoinlandsprodukt je Einwohner (siehe EURACTIV LinksDossier). 

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren