Am 22. November 2007 wird die Kommission einen Strategieplan für Energietechnologie (SET) vorlegen, um der EU zu helfen, die Ziele für erneuerbare Energien und zur Senkung von CO2-Emissionen zu erreichen. Die Kommission hofft, der Plan werde einen Sektor der ‚sauberen’ Technologien fördern, der noch immer von hohen Kosten, Marktschranken und Unterinvestition belastet ist.
Ziel des SET-Plans wird es sein, die Verfügbarkeit von Energietechnologien zu erhöhen und gleichzeitig, die europäische Wirtschaft in diesen Prozess einzubinden, so dass sie in diesem Bereich weltweit die Führung übernehmen könne. Dies erklärte die Kommission in einer Pressemitteilung vom 19. November 2007.
Auf zunehmende Unterinvestitionen aufgrund billigen Öls verweisend, beklagt die Kommission, dass die Energietechnologie und der Innovationsprozess strukturelle Schwächen hätten, wie beispielsweise lange Einführungszeiten, um neue Technologien auf den Massenmarkt zu bringen, geschlossene Investitionen in Infrastruktur, breitgefächerte Marktanreize und Herausforderungen im Bereich Netzverbindungen.
Investitionen in Forschung und Entwicklung im Energiebereich sowie im Privatsektor seien, laut Kommission, seit 1991 in der gesamten EU zurückgegangen. Sie werde in einem ‚Fahrplan für Technologien’ die Entwicklungsbemühungen in den USA und on Japan als Vergleichsbeispiel zu den Bemühungen der EU heranziehen. Dieser Fahrplan soll in den SET-Plan aufgenommen werden. Sein Ziel wird es sein, anzuzeigen, wo man sich derzeit befinde und was man in der Zukunft in Hinblick auf Entwicklungen im Bereich Energietechnologien erwarten könne.
Während bisher noch nicht sicher ist, was genau der SET-Plan enthalten werde, verweist die Kommission auf das Potential von 14 Energietechnologien und die Notwendigkeit eines langfristigen politischen Rahmenwerkes.
Erneuerbare Energien, wie Solar- und Windenergie, würden neben Atomenergie und ‚kohlenstoffarmer’ Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe für ihr kurzfristiges Potential angeführt. Fusionsenergie, Wasserstoff, Brennstoffzellen und Atomreaktoren der ‚neuen Generation’ würden als Teil einer langfristigen Vorstellung angeführt, wobei wesentliche Innovationen notwendig seien, um Kosten zu senken und die Aufnahme in den Markt zu erleichtern, so die Pressemitteilung.
In ihrer Mitteilung vom Januar hat die Kommission weiterhin darauf hingewiesen, dass die „Schaffung der Rahmenbedingungen und der erforderlichen Anreize für die Entwicklung
und die Übernahme der Energietechnologien eine Angelegenheit der öffentlichen Hand“ ist. Sie schlug daher eine Reihe von Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene vor:
- EU-Forschungsfonds und günstige Finanzierungsmechanismen, die von der Europäischen Investitionsbank (EIB) unterstützt werden;
- EU-Rechtsetzungsakte, die die Nachfrage nach Technologien fördern – einschließlich Zielvorgaben, Mindestanforderungen, Emissionshandel, Kennzeichnung, umweltfreundliche Zertifikate usw., und;
- verbesserte Koordinierung der Forschungs- und Entwicklungsbemühungen, unter anderem mithilfe des Europäischen Technologieinstituts (ETI).
Der Anhang der Mitteilung enthält mehrere „wegweisende Technologieoptionen für
die Zukunft”, wie geothermische Energie, Kohlenstoffabscheidung und –speicherung (CCS, siehe EURACTIV vom 16. November 2007) und Meeresenergie.
Eine Reihe von ‚Erfolgsgeschichten’ im Technologiebereich werden von der Kommission in ihrer Pressemitteilung vom 19. November herausgehoben: das Projekt „Wave Dragon“, ein Wellenenergie-Konvertor aus Dänemark, das Projekt „Sol Air“, durch das solare Thermalenergie umgewandelt wird um Wasser zu erhitzen, das Projekt „CASTOR“ zur Sequestrierung von Kohlenstoff und das Projekt „NULIFE“, ein Atomforschungsprojekt.

