CO2-Emmissionen in der EU sind 2007 gestiegen [DE]

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Frühe Analysen zeigen einen leichten Anstieg der industriellen CO2-Emmissionen in der EU im Jahr 2007 und säen damit Zweifel, ob es der Union gelingen wird, die Verpflichtung zur Reduzierung von CO2-Emissionen rechtzeitig zu erreichen. Analytiker sagen unterdessen einen Rückgang von Emission in den kommenden Jahren voraus, da die Kommission beginnt, den „CO2-Gürtel“ zu verengern.

Industrieanlagen in der EU haben Daten zu ihren CO2-Emissionen im Jahr 2007 veröffentlicht. Die Zahlen, welche möglicherweise noch von den nationalen Behörden abgeglichen werden, deuten auf einen Gesamtanstieg um 1,1% hin. Dies berichtet eine erste Analyse von Point Carbon, einer Beratungsfirma für den Kohlemarkt.

Mitgliedstaaten wie Deutschland verzeichneten einen Anstieg der Emissionen um 2% und Großbritannien stieß 85 Millionen Tonnen mehr CO2 aus, als dem Land vorgegeben worden war.

Der Anstieg stellte für Marktbeobachter wie Cédric Bleuez von Carbon Market Data, ein Forschungsunternehmen des Kohlemarktes mit Sitz in Großbritannien, „keine Überraschung“ dar. Er begründete dies damit, dass der Kohlemarkt der EU schon frühzeitig, in seiner Anfangsphase (2005-2007), aufgrund einer zu freigiebigen Ausgabe von Emissionszertifikaten, die Schleuderpreise verursachten hatten, zusammengebrochen war. 

Auf dem heutigen Markt kostet eine Tonne CO2 im Grunde nichts, da der Preis nur gering über 0 Euro schwebt. Der Markt soll jedoch in den kommenden Monaten mit dem Beginn der zweiten Phase (2008-2012) des EU- Emissionshandelssystems (EU ETS) neu organisiert werden.

Im Oktober 2007 kürzte die Kommission die Emissionszertifikate für die zweite Phase um 10%, um so wieder einen viablen Preis für CO2 zu schaffen. Die meisten Analysten erwarten einen Preis für CO2, der sich auf ca. 23 Euro beläuft. Der tatsächliche Preis wird jedoch Marktkräften und dem wirtschaftlichen Wachstum in der EU entsprechend variieren. 

Die EU hat sich einen straffen Zeitplan erstellt, um die gesamten CO2-Emissionen bis 2020 um 20% zu reduzieren – verglichen mit dem Niveau von 1990. Für industrielle Emissionen, die vom EU ETS abgedeckt werden, bedeutet dies eine Obergrenze von 21% weniger CO2-Emissionen im Jahr 2020, verglichen mit dem Niveau des Jahres 2005.

Der „CO2-Mangel“ jedoch, der nötigt wäre, um den Preis einer Tonne CO2 auf ein Niveau anheben, das ausgedehnte Investitionen in CO2-arme Technologien anregt, wird nicht vor der dritten Phase (nach 2013) erwartet. Damit wurden Zweifel laut, dass die Union es nicht schaffen könnte, ihre Verpflichtung der CO2-Reduzierung  rechtzeitig zu erfüllen. 

Zudem behaupten viele der neuen EU-Mitgliedstaaten, die Kürzung der Ausgabe von Emissionszertifikaten für 2008 bis 2012 würde ihren wachsenden Industrien schaden (EURACTIV vom 22. August 2007).

Da der Kohlemarkt der EU schwieriger wird, bestehen die energieintensiven Industrien der Union darauf, dass ihnen mehr kostenlose Emissionszertifikate erteilt werden oder dass sie vor dem Wettbewerb mit Unternehmen, die ihre Aktivitäten auf Länder verlagern, in denen weniger strenge Umweltauflagen herrschen, beschützt werden.

Die Kommission hat Versicherungen ausgesprochen, dass man sich der Bedenken der Hauptbranchen annehme. Dennoch hat Brüssel davon abgesehen, Einzelheiten preiszugeben.

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