Umgestaltung der Fischereiabteilung: Fischereien sollen nachhaltiger werden [DE]

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Die Europäische Kommission hat beschlossen, ihre Abteilung für Fischerei und maritime Angelegenheiten umzustrukturieren. Teil der Neuorganisation „von Grund auf“ sei die Schaffung eigener geographischer Zuständigkeiten und die Umbenennung der Abteilung in „GD MARE“. Dies kündigte die Kommission gestern (27. März 2008) an. 

Die Neuorganisation, die morgen (29. März 2008) in Kraft tritt, sieht auch die Einrichtung einer neuen Direktion vor, die für die Koordinierung und Entwicklung politischer Maßnahmen zuständig sein wird.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte, der neue Aufbau unterstreiche die „Entschlossenheit der Kommission, eine integrierte und maßgeschneiderte Meerespolitik zu betreiben“.

Die Abteilung wurde in „Generaldirektion für Fischerei und maritime Angelegenheiten“ umbenannt, mit dem Kürzel „GD MARE“. Zuvor hatte sie das Kürzel „GD FISH“ getragen.

Die EU-Exekutive hofft, dass durch die Reform „die Kommission besser in die Lage versetzt (wird), die Politik für maritime Angelegenheiten und Fischerei fortzuentwickeln und durchzuführen“ und sie „den koordinierten Einsatz aller Ressourcen und politischen Instrumente“ in den einzelnen Meeresgebieten ermögliche. Der Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten, Joe Borg, sagte, durch den neuen Aufbau würde „die Umsetzung der neuen integrierten Meerespolitik der EU verbessert“.

Caroline Alibert vom EU-Büro des World Wide Fund for Nature (WWF) begrüßte den Schritt und drückte ihre Hoffnung aus, dass die Neustrukturierung zu einer besseren Umsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik führe. Umwelt-NGOs hatten zuvor die Nachhaltigkeit europäischer Fischereien infrage gestellt und Oceana Europe hatte Bedenken über „erschöpfte Fischbestände“ und die enorme Überkapazität der europäischen Flotte geäußert.

Kommissar Borg jedoch insistierte, der neue Aufbau würde „den Einsatz aller Instrumente der Gemeinsamen Fischereipolitik, mit denen die Nachhaltigkeit der europäischen Fischereien erreicht werden soll“ erleichtern.

Drei neue Direktionen mit geographischer Zuständigkeit sollen sowohl die Gemeinsame Fischereipolitik als auch die neue integrierte Meerespolitik in den jeweiligen Regionen durchführen (EURACTIV vom 11. Oktober 2007). Diese schließen „Arktis, Atlantik und Gebiete in äußerster Randlage“, „Mittelmeer und Schwarzes Meer“ und „Nordsee, Ostsee und Binnenländer“ ein. Die Fischereien im Mittelmeer und die Kontrolle in internationalen Gewässern rückten stärker in den Mittelpunkt, so die Kommission.

Der Umbau folgte einem Zugeständnis des Kommissars von Februar, dass „ernstzunehmende Defizite“ in der Durchsetzung der Gemeinsamen Fischereipolitik der Hauptgrund für Bedenken seien (EURACTIV vom 19. Februar 2008). Die EU-Exekutive soll im Oktober 2008 Entwürfe für neue Leitlinien zur Fischereikontrolle vorlegen.

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