Riesenlastwagen entfachen Streit [DE]

Lastkraftwagen mit 25 Meter Länge und 60 Tonnen Gewicht, die EU-weit auf ihre Fähigkeit geprüft werden, größere Ladungen auf weniger Fahrten zu transportieren, wurden von der Bahnindustrie scharf attackiert. Die Vertreter des Schienenverkehrs kritisierten, diese neue Methode werde die Nachfrage nach Gütertransport auf den Straßen in unnachhaltiger Weise erhöhen.

Die Einführung von ‘Monstertrucks’ würde Straßengüterverkehr weniger teuer machen, und zu einer Verlagerung des Frachttransports von Schienen auf die Straße führen, so eine Studie, die am 20. Juli 2007 von den europäischen Schienenverkehrvereinigungen UIC (Internationaler Eisenbahnverband), GEB (Gemeinschaft der europäischen Bahnen), EIM (European Rail Infrastructure Managers), UIRR (Internationale Vereinigung der Huckepack-Transport-Unternehmen), UNIFE (Union der Europäischen Eisenbahn-Industrien) und ERFA (Europäischer Verband des Schienengüterverkehrs) veröffentlicht wurde.

Die Studie ist zu einer Zeit erschienen, in der viele Mitgliedstaaten vor der Einführung so genannter 60-Tonnen-LKW (englisch: „Modular Truck“) stehen, die eine mögliche Lösung für Europas zunehmende Stau- und Verschmutzungsprobleme darstellen könnten.

Derzeit sind diese LKWs in der Mehrheit der Mitgliedstaaten verboten; die maximale Länger ist hier auf 19 Meter, das maximale Gewicht auf 40 Tonnen beschränkt. Schweden und Finnland haben die 60-Tonnen-LKWs jedoch genehmigt, und Deutschland, die Niederlande und Dänemark ziehen deren Genehmigung in Betracht.

Während das EU-Gesetz vorsieht, dass Mitgliedstaaten den Umlauf dieser längeren und schwereren LKWs für den Verkehr in ihrem eigenen Land gestatten, billigt es derzeit keine internationalen Überfahrten. Nichtsdestotrotz hat die Kommission kürzlich angekündigt, dass sie, im Vorfeld der Veröffentlichung ihres Aktionsplans für Güterverkehrslogistik, der vor Ende 2007 vorgestellt werden soll (EURACTIV vom 28. Juni 2006), eine Studie über den Wert einer möglichen EU-weiten Verbreitung dieser LKWs durchführen werde.

Die Internationale Strassentransport-Union (IRU), die Lobbyismus im Transportwesen betreibt, erklärt, aus unternehmerischer Perspektive erhöhe das modulare Konzept Effizienz und Rentabilität, da es Benzinrechnungen senke, indem größere Gütermengen mit weniger Fahrzeugen transportiert würden. Die Union fügte hinzu, aus umweltpolitischer Perspektive würde dies weniger Fahrten und daher weniger Emissionen und Staus zur Folge haben.

Die Vereinigungen des Schienenverkehrs sind jedoch der Meinung, dass die Einführung solcher Fahrzeuge einen entgegen gesetzten Effekt habe. Wenn Straßentransport immer günstiger werde, würde dies mehr Nachfrage nach Straßengüterverkehr verursachen. Laut der Bahnindustrie werde dies die Nachfrage nach Bahnbetreibern mindern, die nur ein Fünftel der CO2-Emissionen durch Straßentransport verursachten; dies werde das EU-Ziel, Emission bis 2020 um 20% zu kürzen, untergraben. 

Sie sind weiterhin der Meinung, dass die Genehmigung dieser Reisenlastwagen zu mehr Unfällen im Straßenverkehr führen werde und kostspielige Änderungen der Infrastruktur nach sich ziehe, da bestehende Straßen, Brücken, Kreisverkehre und Parkplätze angepasst werden müssten, damit die riesigen Lastkraftwagen passieren könnten.

Die Studie stellt abschließend fest, die Genehmigung und Verbreitung dieser Riesenlastwagen auf europäischen Straßen zu ermutigen, sei sicher nicht vereinbar mit der Vision eines nachhaltigeren Verkehrsmarkts.

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