‚Neue Methode‘ verhindert unabsichtliche Verbreitung von GVOs [DE]

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Chinesische Wissenschaftler behaupten, sie hätten eine einfache Strategie entwickelt, mit der ungewollt gentechnisch veränderte Pflanzen vernichtet werden können, die aufgrund von Pollenflug und Samenverbreitung unabsichtlich auf Felder gelangt sind.

Die ungewollte Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen stellt im Hinblick auf Umwelt und Lebensmittelsicherheit eine große Sorge dar. Dies ist der Hauptgrund für einige Mitgliedstaaten, die Vermarktung und Züchtung gentechnisch veränderter Pflanzen, die auf EU-Ebene genehmigt sind, zu kommerziellen Zwecken auf nationaler Ebene einzustellen. Nun haben chinesische Wissenschaftler angekündigt, dass sie eine Strategie entwickelt hätten, um dieses Problem zu beheben.

Die Forscher haben eine Reisart derart verändert, dass der Reis empfindlich auf Bentazon reagierte. Bentazon ist ein Herbizid, das für die Kontrolle von Reis und anderen Pflanzen verwendet wird und gegen das herkömmliche Reissorten und andere Pflanzen von Natur aus resistent sind.

Praxistests zeigten, dass die transgene Reissorte auf ausgewählter Basis zu 100% vernichtet werden kann, indem Bentazon nur einmalig und in einer normalen Dosis, wie sie auch für die Kontrolle herkömmlicher Reispflanzen benutzt wird, angewendet wird.

Die Ergebnisse der Studie wurden im März 2008 in der öffentlich zugänglichen, internationalen Wissenschafts- und Medizinzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht. Sie nennen die Methode „einfach, verlässlich und kostengünstig“. Es wird jedoch anerkannt, dass die vermehrte Nutzung von Bentazon die ökologische Sicherheit gefährden und die Resistenz von Unkraut erhöhen könnte.

Die Forscher sagen, diese Methode könnte ebenfalls genutzt werden, um transgenen Reis mit Genen herzustellen, die derzeit als sicher erachtet werden. 

Sie erklärten, dass sich die Sicherheit von gentechnisch veränderten Organismen verändern könne, da sich das Wissen über sie im Laufe der Zeit verbessere. Dadurch könnten transgene Organismen, die gegenwärtig zugelassen sind, in Zukunft unerwünscht sein. Die neue Eindämmungsmethode könnte, falls notwendig, einen Rückruf solcher Organismen erleichtern.

Laut der Studie könnte die Strategie auf andere Getreidepflanzen, insbesondere Mais, angewendet werden. Die gleiche Forschungsgruppe arbeitet derzeit an Praxistests für Mais.

Einige EU-Staaten haben in den vergangenen Jahren eine Sicherheitsklausel eingeführt, die das Verbot der Vermarktung und der Züchtung von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihrem Territorium ermöglicht, auch wenn diese von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als ungefährlich eingestuft wurden.

Im Januar 2008 hat Frankreich eine gentechnisch veränderte Maissorte verboten. Als Grund hierfür wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Fremdbestäubung von GVOs und herkömmlichen Feldern auf lokaler Ebene sowie negative Auswirkungen auf Insekten.

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