Während sich die EU-Institutionen auf die letzte Verhandlungsrunde über das REACH-Gesetzespaket vorbereiten, hat die Industrie bereits mit der Umsetzung der neuen Vorschriften begonnen.
Die Aussicht auf eine Entscheidung in der EU-Chemikalienpolitik vor Ausgang des Jahres führt dazu, dass die Bemühungen, die Unternehmen bei der Umsetzung von REACH zu unterstützen, aufgestockt werden.
Eine Übergangstrategie wurde bereits 2004 von der Kommission ausgearbeitet, um eine reibungslose Umsetzung des Gesetzespakets nach der Annahme zu gewährleisten. So genannte REACH-Durchführungsprojekte werden bis zur Inbetriebnahme der EU-Chemiekaliengentur 2008 durchgeführt werden. Die Arbeit konzentriert sich auf fünf Bereiche:
- Projekt 1: REACH-Prozessbeschreibung;
- Projekt 2: Entwicklung eines IT-Systems zur Unterstützung der REACH-Umsetzung;
- Projekt 3: Entwicklung von Leitlinien für die Industrie;
- Projekt 4: Entwicklung von Leitlinien für die Behörden;
- Projekt 5/6: Die Gründung einer EU-Chemikalienagentur;
Die Kommission hat am 25. September 2006 einen Workshoporganisiert, um Hersteller und nachgeschaltete Anwender in der Chemiebranche über REACH zu informieren. Auf dem Programm standen ein Überblick über Zeitfristen und Verpflichtungen sowie Empfehlungen dazu, wie die sichere Verwendung von Chemikalien gewährleistet werden kann.
Bereits letztes Jahr wurde eine Reihe von Simulationsübungen mit Stakeholdern in der Branche durchgeführt, um zu testen, wie REACH in der Praxis funktionieren würde.
- Das SPORT-Projekt stellte eine Situation aus dem „echten Leben“ dar und umfasste den gesamten Prozess von der Voranmeldung bis zum Bewertungsbericht innerhalb der zukünftigen EU-Chemikalienagentur. Der Probedurchlauf, an dem 29 Chemiehersteller, neun Mitgliedstaaten und 25 nachgeschaltete Anwender teilnahmen, kam zu dem Ergebnis, dass das System mehr oder weniger zufrieden stellend funktioniert. Der endgültige Bericht enthält 40 Empfehlungen zur Verdeutlichung einiger Aspekte von REACH und zur Verbesserung der ‚Funktionalität’ (siehe EURACTIV 8. Juli 2005).
- Das zweite Projekt, PRODUCE, beschäftigte sich mit nachgeschaltete Anwendern, die Chemikalien in Konsumgütern verwenden, und mit Fragen der Produktkennzeichnung. Der endgültige Bericht wurde im Januar 2006 vorgelegt und enthält 30 Empfehlungen zur Optimierung der ‚Funktionalität’ von REACH. Mehrere Anhänge beschäftigen sich mit Sicherheitsdatenblättern und Produktkennzeichnungen für einzelne Produkte wie Luftreiniger, Parfums oder Allzweckreiniger.
Das Ergebnis dieser Übungen wurde in den Durchführungsprojekten der Kommission berücksichtigt.

