Bis Ende 2007 könnten sich Lastkraftwagen und Busse mit kostspieligen Plänen der Kommission konfrontiert sehen, mit denen schädliche Emissionen, so wie Feinstaub und Stickoxide, reduzieret werden sollen.
Die Kommission hat am 16. Juli 2007 mehrere mögliche Emissionsbeschränkungen für schwere Nutzfahrzeuge, die besonders schwere Gesundheits- und Umweltprobleme verursachen, so wie Feinstaub, Stickoxide (NOx), Kohlenwasserstoffe, Kohlenstoffmonoxide und Ammoniak.
Die neuen Begrenzungen würden die bestehenden Euro 4-Standards und Euro-5-Begrenzungen ersetzen, die ab 2009 angewendet werden sollen. Davon wird eine Verbesserung der Luftqualität in der gesamten EU erwartet, besonders in deren hochgradig verkehrsbelasteten Städten. Sie würden parallel zu den Euro 5- und 6-Standards für Personenwagen angewendet werden, die von den EU-Ministern im Mai 2007 bestätigt wurden und 2009 bzw. 2014 in Kraft treten werden (EURACTIV vom 14. Dezember 2006).
Für die künftigen Euro 4-Standards hat die Kommission eine Reihe möglicher Szenarios dargelegt, die von verschiedenen Ambitionsgraden ausgehen. Sie wird zuerst Entscheidungsträger konsultieren, bevor sie einen endgültigen Vorschlag Ende des Jahres 2007 oder Anfang 2008 vorlegt.
Laut den Informationen der Kommission könnten die unterschiedlichen Optionen die Kosten für ein Fahrzeug von 1 000 Euro bis 6 000 Euro steigen lassen, während zur gleichen Zeit zwei der Szenarien auch zu einer Steigerung der CO2-Emissionen von 2% bis 6% führen würden. Dies widerspräche dem europäischen Ziel, zu einer ‚CO2-armen Volkswirtschaft’ zu werden, indem CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 20% gesenkt werden (siehe Linksdossier zum Energie- und Klimapaket der EU).
Die Kommission sagte, sie wolle herausfinden, ob Stakeholder strengere Begrenzungen der umweltverschmutzende Emissionen bevorzugten, auch wenn dies zu höheren CO2-Emissionen führte, oder ob sie mildere Euro VI-Standards für niedrigere CO2-Niveaus bevorzugten. Die Kommission schließt keinen ‚ausgewogenen Kompromiss als Lösung’ aus, und weist weiterhin darauf hin, dass langfristige Ziele in Form einer ‚Euro VII’-Gesetzgebung bereits festgelegt werden könnten.
Der Vizepräsident der Kommission Günter Verheugen, der zuständig ist für Unternehmen und Industrie, sagte: „Das kommt der Gesundheit unserer Bürger und der Umwelt zugute. Die Industrie erhält eine klare Perspektive und genügend Zeit, saubere, hochqualitative Autos zu bauen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.“
Trotz Verheugens Optimismus ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die Wirtschaft jeglichen Vorschlag begrüßen wird, der die Kosten wesentlich steigern oder die Kapazitäten belasten würde, um auf internationaler Bühne wettbewerbsfähig zu bleiben.

