Die erste Liste der gefährlichsten Chemikalien, die von der EU überprüft werden müssen, werde möglicherweise nur 12 Substanzen enthalten, sagte der Direktor der Europäischen Chemikalienagentur Geert Dancet auf einer Konferenz. Dort wurde eine andere Liste von etwa 270 Substanzen vorgestellt, die die offiziellen REACH-Kriterien erfüllen und damit zugelassen werden.
Öffentliche Interessengruppen und NGO haben gemeinsam ein Chemikalien- Register aufgestellt, das etwa 270 chemische Substanzen enthält, die vorrangig im Rahmen von REACH ersetzt werden sollen (REACH SIN-Liste).
Per Rosander, der Direktor des International Chemical Secretariat (ChemSec), bezeichnete die Liste als erste gemeinsame Anstrengung zur Identifizierung von Substanzen, die die REACH-Kriterien erfüllen und damit zugelassen werden. Außerdem forderte er Unternehmen auf, Eigeninitiative zu zeigen und krebserregende, schwer abbaubare und bioakkumulative Chemikalien durch sichere Alternativen zu ersetzen.
Während das Chemikalien- Register hunderte sehr bedenkliche Chemikalien identifiziert, hat der Ausschuss der Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), der für die Vorschläge zur Identifizierung solcher Substanzen verantwortlich ist, bislang erst 16 Substanzen ausgemacht, die auf der Liste der sehr bedenklichen Chemikalien erscheinen sollen.
Der Ausschuss wird sich im nächsten Monat treffen, um über die Liste zu diskutieren, da man bei vier der 16 Substanzen zu keiner Übereinstimmung hatte gelangen können. Die endgültige Liste, die Mitte Oktober veröffentlicht werden soll, werde deshalb möglicherweise nur 12 Substanzen umfassen, sagte Geert Dancet, der verantwortliche Direktor der ECHA.
REACH sei dabei, durch praktische Erfahrungen zu lernen. Außerdem wolle er deutlich machen, dass die Liste der sehr bedenklichen Substanzen immer wieder aktualisiert werden soll, fügte Dancet hinzu. ECHA werde die Liste mindestens einmal im Jahr aktualisieren und neue Substanzen hinzufügen. Behörden sollten überdenken, wie das beste Risikomanagement aussehe – Begrenzung oder Zulassung –, da die gleichzeitige Anwendung beider Maßnahmen sehr schwierig und nicht zu empfehlen sei, so Dancet.

