Energiestreit: Minister werden Rolle der Wälder erörtern [DE]

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Auf die Bedenken über Klimawandel und Energie zu reagieren und gleichzeitig die Wälder und die biologische Vielfalt zu erhalten, wird zu den Themen zählen, die während eines informellen Treffens der Umweltminister diese Woche in Slowenien diskutiert werden.

Es gebe Hinweise darauf, dass in bestimmten Regionen die gesteigerte Verwendung von Holz zu Energiezwecken die Handhabung bereits in Richtung einer Intensivierung der Produktion verschoben habe – das könne die biologische Vielfalt beeinträchtigen. Dies geht aus einem Hintergrunddokument hervor, das die slowenische EU-Ratspräsidentschaft für ein informelles Ratstreffen vom 11. bis 14. April 2008 vorbereitet hat.

Die Kommission schlägt eine Anhebung des Anteils der Biokraftstoffe um zehn Prozent über die kommenden zwölf Jahre vor. Das Ziel ist Teil der Bemühungen, bis 2020 einen Anteil an erneuerbaren Energien von 20% zu erreichen. Die Bedenken über die biologische Vielfalt und die Auswirkungen des Klimawandels einer vermehrten Erzeugung von Biokraftstoffen, sowohl in der EU als auch in Entwicklungsländern wie Brasilien und Indonesien, wo die Kultivierung von Biomasse für die Herstellung von Biokraftstoffen zugenommen hat, nehmen jedoch zu.

In der EU würden die Ziele vermutlich einen größeren Markt für Biomasse aus dem Wald schaffen, um die erhöhte Nachfrage nach Rohmaterial zu decken. Daher werde der Umfang, in dem Wald genutzt werde, wahrscheinlich zunehmen, so das Hintergrunddokument.

Die slowenische Ratspräsidentschaft ist der Meinung, dass „Bioenergie“ nur als nachhaltig eingestuft werden könne, wenn sie die biologische Vielfalt des Waldes, Böden, Wasser und andere Rohstoffen aus dem Wald nicht zusätzlich belaste, einschließlich der Möglichkeit, durch die Nutzung der Wälder zur Minderung der Treibhausgase beizutragen.

Mitgliedstaaten diskutieren derzeit die am besten geeigneten Nachhaltigkeitskriterien, die genutzt werden sollten, um das Streben der EU nach einer vermehrten Produktion von Biokraftstoffen und Biomasse zu lenken (EURACTIV vom 1. April 2008). Es gab bereits Spekulationen, dass die EU ihre Ziele abändern könnte. Grund hierfür sind Befürchtungen über inakzeptable Anstiege der Lebensmittelpreise, Massenabholzung und Wasserknappheit (EURACTIV vom 14. März 2008).

Eine Arbeitsgruppe des Rats wurde errichtet, um diese Angelegenheit in detaillierterer Form zu erörtern. Sie soll am 7. Mai 2008 den Mitgliedstaaten einen Bericht vorlegen. Die Debatte wird im Laufe des Jahres fortgeführt werden. Die französische EU-Ratspräsidentschaft beabsichtigt, vor Ende 2008 eine Einigung über die Vorschläge für erneuerbare Energien zu erreichen. 

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