Die Fischereiminister der EU einigten sich am 27. November 2007 einstimmig auf einen mehrjährigen Wiederaufstockungsplan für die Bestände des Roten Thuns. Diese hoch geschätzte, jedoch bedrohte Fischart wird gern für die Herstellung von Sashimi und Sushi verwendet.
Der Wiederaufstockungsplan, der vom Rat für Fischereiwesen gebilligt worden war, setzt den Wiederauffüllungsplan für die Bestände des Roten Thuns, der von der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) während eines Treffens am 26. November 2006 im kroatischen Dubrovnik vorgelegt worden war, in Gemeinschaftsrecht um.
Der Plan, der ab Januar 2008 für 15 Jahre gültig sein wird, sieht vor, dass Mitgliedstaaten verpflichtet werden jährliche Fischereipläne vorzulegen, die Quoten für bestimmte Seefahrzeuge haben. Saisonale Beschränkungen und Auflagen für ein Mindestgewicht der Thunfische sind auch Teil des Plans.
Die Kommission nannte den Plan ‘zeitgemäß und notwendig’ und merkte an, dass er weiter reiche als die ICCAT-Regelungen, da er Fischereipläne vorschreibe, die zu Beginn der Saison vorgelegt werden müssten, zusätzlich zu den Nachsaison-Berichten, die von der ICCAT verlangt werden.
Die EU-Mitgliedstaaten waren vor Kurzem von der Kommission wegen des Überschreitens ihrer Quoten gewarnt worden.
Umweltorganisationen stellten die Effektivität der Pläne in Frage. Die WWF hat die ICCAT als ‚vollkommen imkompetent’ bezeichnet, um Meeresressourcen zu handhaben, und sagt, die Maßnahmen, auf die man sich 2006 in Dubrovnik geeinigt habe, repräsentierten einen ‚Fehlschlagsplan’ anstelle eines Wiederauffüllungsplans.
Die WWF führte massive Überfischung und andere illegale Aktivitäten an, die die Spezies an den Rand des Aussterbens, hinsichtlich kommerzieller Nutzung offener Gewässer gebracht hätten. Die von der ICCAT befürworteten Quoten würden wahrscheinlich zum Kollaps der Fischerei Roten Thunfischs führen, so WWF.
Die Überfischung des lukrativen Thunfischs – ein in offenen Gewässern gefangener Fisch kann auf japanischen Märkten bis zu 100 000 US-Dollar einbringen – bleibt ein weltweites Problem, da die Fische jeweils im Atlantik und Pazifik vorkommen.
Aufgrund ihrer Wandernatur kann das Überfischen einer Nation auch schädliche Auswirkungen auf die Thunfischbestände und Fischereiindustrien anderer Nationen haben. Zwar werden Rote Thunfische auch in Brutbetrieben und Fischzuchten gezüchtet, aber diese Fische werden aufgrund ihres höheren Fettgehalts weniger geschätzt.
Ein US-amerikanischer Vorschlag, ein weltweites befristetes Moratorium über das Fischen Roten Thuns zu verhängen, um es den Beständen zu erlauben sich zu erholen, wurde von Kanada stark befürwortet, aber am 19. November 2007 von ICCAT-Delegierten abgelehnt.

