In Schweden sind in den vergangenen sechs Monaten bereits 21 Brandanschläge auf Flüchtlingswohnheime verübt worden. Nun hat sich das schwedische Amt für Migration dafür entschieden, die Standorte der Unterkünfte geheim zu halten.
Die nördlich von Stockholm gelegene Gemeinde Danderyd verkündete gestern, dass sie ein neues Asylbewerberheim eröffnen will. 70 Flüchtlinge sollten demnach ab November in den Gebäuden einer ehemaligen staatlichen Schule untergebracht werden. Schon am Donnerstag Morgen um etwa zwei Uhr hatte man das Gebäude in Brand gesteckt.
Um weiterer Brandstiftung vorzubeugen, hat das schwedische Migrationsamt beschlossen, es der Öffentlichkeit schwerer zu machen, den genauen Standort geplanter Asylbewerberheime ausfindig zu machen. 66.000 Wohnplätze werden also künftig geheim gehalten.
„Die Sicherheitslage hat sich immer weiter verschlechtert und all die Brände bereiten uns großes Kopfzerbrechen. Wir werden die Standorte der Flüchtlingsunterkünfte für uns behalten, damit sie nicht allgemein bekannt werden“, sagte Willis Åberg, Operations Manager beim Amt für Migration, Radio Sweden zufolge.
„Wir möchten eine transparente Behörde sein. In diesem Fall glauben wir jedoch, dass es besser ist, nicht ganz so offen zu sein. So können wir die Risiken eindämmen“, erklärte er.
Deutschland und Schweden sind die beiden EU-Länder, in denen es 2015 die meisten Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben hat. Sie haben EU-weit auch die meisten Asylsuchenden in diesem Jahr aufgenommen.
Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven hat die Brandanschläge wiederholt verurteilt: „Dies ist nicht das Schweden, das ich kenne und sehen möchte.“
Jahrzehntelang hatte Schweden einen offenen Ansatz in der Migrationspolitik verfolgt. Letzte Woche stimmte nun die Mehrheit der schwedischen Abgeordneten für strengere Migrationsvorschriften.
Diese beinhalten die Einführung einer temporären Aufenthaltsgenehmigung, mit der kinderlose, volljährige Neuankömmlinge drei Jahre lang in Schweden bleiben dürfen. Eine Aufenthaltsverlängerung ist nur dann möglich, wenn der Flüchtling noch immer schutzbedürftig ist oder aber einen Arbeitsplatz gefunden hat.
„The level of security has deteriorated and it’s worrying with all these fires. We will keep the residences a secret so that they won’t become common knowledge,“ said Willis Åberg, operations manager at the Migration Agency, according to Radio Sweden.

