Die Campus-Lobbyisten: Wie Amerikas Hochschulen professionell ihre Interessen vertreten [DE]

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von Euractiv Media network.

In dieser Studie analysiert Dr. Marco Althaus vom Deutschen Institut für Public Affairs (DIPA) die Lobbying-Strukturen US-amerikanischer Universitäten und kommt zu dem Ergebnis, dass sie in den letzten fünfzehn Jahren zunehmend professionalisiert worden sind.

Laut Studie reagierten die Lobbyisten der Hochschulen positiv als die Demokraten im November 2006 die Mehrheit im Kongress zurückeroberten. Die große Euphorie brach dennoch nicht aus, obgleich die Demokraten als bildungsfreundlicher gelten als die Republikaner. Das Wahlprogramm der Republikaner bei ihrem Wahlsieg im Kongress 1994 schien für die Hochschulen fatal – „massive Etatstreichungen, Reglementierung akademischer Freiheiten, Wegfall von Steuervorteilen, weitgehende Öffnung des Bildungsmarktes für kommerziellen Wettbewerb“. Doch während der republikanischen Vorherrschaft passten sich die Lobbyisten der Hochschulen an die neuen Bedingungen an und sicherten dadurch ihr weiteres Bestehen.

Die Herausforderung der „Republican Revolution“ „transformierte und elektrisierte die bis daher eher schläfrige Interessenvertretung der Hochschulen. Es war wirklich ein Paradigmenwechsel“. Heute zeichne politische Neutralität, Nachhaltigkeit, Aggresivität und Professionalismus die akademischen Interessenvertreter aus. 

Die große Vielfalt in der Hochschullandschaft der Vereinigten Staaten spiegele sich in der „hochgradigen Fragmentierung der Interessenorganisationen“ wieder. Nicht zu unterschätzen seien die „großen kulturellen Unterschiede zwischen Akademie und Politik“, die eine ernst zu nehmende Hürde darstellten. Zwar erhöhten die zahlreichen Kooperationsprojekte mit der Wirtschaft die Zahl potenzieller Bündnispartner – jedoch verkopmliziere sich auch die Interessenlage und der Steuerungsbedarf steige. 

Ein wichtiges Instrument bei der Förderung der eigenen Interessen seien die starken Alumni-Traditionen im US-amerikanischen Hochschulwesen, so die Studie. Die politischen Ansprühe der Hochschulen ließen sich um so besser durchsetzen, „je größer die Verankerung in der Gesellschaft ist und je besser die Stakeholder der Hochschule von den politischen Entscheidungsträger wahrgenommen werden“.

Lesen Sie hier die ganze Studie (auf Deutsch).

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