Tschechien will stärkeren Unternehmergeist in der EU [DE]

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Lange vor dem eigentlichen Beginn der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft im Januar 2009, hat der tschechische Bildungsminister bereits die Prioritäten seines Landes für diese Zeit vorgestellt. Die Förderung von engeren Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft und die Vermittlung eines stärker unternehmerisch geprägten Denkens bei den Europäern führen die Liste an.

Passend zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation, das 2009 stattfindet, hofft Tschechien, während seiner EU-Ratspräsidentschaft (Januar-Juni 2009) den Beginn einer neuen unternehmerischen Denkweise in Europa einzuläuten.

Man habe die besten Voraussetzungen, um dieses Thema während der tschechischen Ratspräsidentschaft voranzutreiben, meinte der tschechische Bildungsminister Ondrej Liška am 11. September 2008 und verwies auf die Bereitschaft der Kommission und der Europaabgeordneten, das Prioritätsthema der Tschechen, das eine engere Partnerschaft zwischen Bildungseinrichtungen und Arbeitgebern in Europa vorsieht, zu unterstützen.

Man werde keine neuen Gesetze oder Richtlinien vorschlagen, erklärte er und fügte hinzu, dass man sich eher darauf konzentrieren werde, die Gesetze, die einer Kooperation der beiden Sektoren derzeit im Wege ständen, loszuwerden. Außerdem wolle man für einen besseren Austausch von positiven Erfahrungen mit bestimmten Methoden zu diesem Thema zwischen den 27 EU-Mitgliedstaaten sorgen.

Unter der tschechischen Präsidentschaft sollen die derzeitigen Bemühungen der EU-Länder bei der Kooperation zwischen Universitäten und der Wirtschaft gebündelt und konkrete Empfehlungen für Mitgliedstaaten zu dem Thema in Form von Schlussfolgerungen des Rats gegen Ende der Präsidentschaft ausgesprochen werden. Man erkenne an, dass die nationalen Regierungen die Zuständigkeit über die Bildungspolitik behalten würden. Doch meint Liška, dass es schade sei, dass die Mitgliedstaaten nicht in der Lage seien, sich auf nationaler Ebene darum zu kümmern, wenn man bedenke, wie viel Einsatz in die Lissabon-Strategie auf EU-Ebene geflossen sei. Für dieses Problem müsse man eine Lösung finden, betonte er.

In Tschechien fehlten private Mittel, um den Unternehmergeist, Gründungszentren und Forschungsprojekte zu unterstützen, meinte Liška und fügte hinzu, dass alle anderen EU-Länder das gleiche Problem hätten. Er wolle, dass jede Regierung die Hemmnisse in ihrem eigenen Land analysiere und entsprechende Veränderungen in Angriff nehme, um die Hindernisse zu überwinden und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Bildungswesen zu verbessern.

Als Beispiel für Maßnahmen, die in seinem eigenen Land ergriffen wurden, nannte Liška die derzeitige Änderung des unflexiblen Steuersystems, das innovative Unternehmen, die in Bildung investierten, sogar benachteilige. Außerdem ging er näher darauf ein, dass es trotz des Binnenmarktes und der Dienstleistungsrichtlinie immer noch viele globale Hindernisse für die Arbeitnehmermobilität in der EU sowie für die Unternehmensgründung in einem anderen Land gebe.

Auf die Frage, ob man Unternehmergeist wirklich lehren könne, entgegnete der tschechische Europaabgeordnete Jan B?ezina, dass der Anstoß zu Veränderungen im Bildungswesen nur ein Aspekt des Problems, das unternehmerische Denken zu verbreiten, sei. Ein weiterer Aspekt schließe das Ziel, ein Umdenken der Gesellschaft zu erreichen, mit ein, was seiner Meinung nach nicht innerhalb von zehn Jahren, sondern nur über eine ganze Generation hinweg erreicht werden könne.

  • Czech Ministry of Education, Youth and Sports:(Homepage)

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