“Generation Lockdown”: Jeder sechste junge Mensch ist seit Beginn der Pandemie ohne Arbeit

Der Ausschluss junger Menschen vom Arbeitsmarkt sei angesichts der lang anhaltenden Auswirkungen der Pandemie "eine der größten Gefahren für die Gesellschaft", so der Bericht. [Shutterstock]

Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) haben weltweit rund 17,1 Prozent der erwerbstätigen jungen Menschen seit Beginn der COVID-19-Pandemie aufhören müssen zu arbeiten. Diejenigen, die weiterhin erwerbstätig sind, mussten ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 23 Prozent reduzieren.

Die vierte Ausgabe des „ILO Monitor: COVID-19 und die Arbeitswelt“, der die Auswirkungen der Pandemie darlegt, zeigt, dass die COVID-19-Krise gerade junge Menschen schneller und härter trifft.

Dem Bericht zufolge sind die Bereiche Groß- und Einzelhandel, Produktion, Geschäfts- und Verwaltungstätigkeiten sowie Unterbringung und Verpflegung diejenigen Sektoren, in denen sich die Krise besonders stark auf die Wirtschaftsleistung auswirkt.

Nahezu drei Viertel der jungen Menschen, die in diesen vier Sektoren arbeiten, was 131 Millionen Personen entspricht, sind informell beschäftigt, so dass sie weder besteuert noch von irgendeiner Instanz der Regierung überwacht werden.

Was sich ebenfalls zeigt: Während junge Frauen weniger als 39 Prozent der weltweiten Beschäftigungsquote junger Menschen ausmachen, stehen sie für fast 51 Prozent der Jugendbeschäftigung in der Unterbringungs- und Verpflegungsbranche sowie 44 Prozent im Bereich der Geschäfts- und Verwaltungstätigkeiten.

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„Generation Lockdown“

Der Ausschluss junger Menschen vom Arbeitsmarkt sei angesichts der lang anhaltenden Auswirkungen der Pandemie „eine der größten Gefahren für die Gesellschaft“, so der Bericht.

Schon vor der Krise waren mehr als 267 Millionen junge Menschen nicht in Beschäftigung, Bildung oder Ausbildung (Not in Employment, Education, Training: „NEET“). Dabei gab es fast 68 Millionen arbeitslose Jugendliche.

Die Unterbrechung der allgemeinen und beruflichen Bildung, das Aufkommen größerer Hindernisse bei der Arbeitssuche, die gegenwärtige Welle von Arbeitsplatzverlusten und der Konkurs von Unternehmen sind einige der langfristigen Herausforderungen für junge Menschen, wie von der Internationalen Arbeitsorganisation hervorgehoben wird.

In einer Reihe von Grundsatzempfehlungen weist der ILO-Monitor darauf hin, dass Regierungen und Institutionen nun Maßnahmen ergreifen müssten, um die Gefahr einer „Generation Lockdown“ zu verhindern.

Umfassende und zielgerichtete beschäftigungspolitische Maßnahmen in Verbindung mit einer unterstützenden makroökonomischen Politik, Investitionen in Corona-Test sowie Tracing, und die Umsetzung eines breit angelegten Beschäftigungs-/Ausbildungsgarantieprogramms – wie das Jugendgarantieprogramm der Europäischen Union – sind dabei einige der Empfehlungen, die die ILO vorschlägt.

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[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Britta Weppner]

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