EU-Abgeordnete fordern Fokus auf Digital-Bildung

Selbst in den am stärksten entwickelten Ländern der Welt bleiben zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler beim E-Learning außen vor. (Im Bild: Unterricht in Israel.) [EPA/KOBI GIDEON]

Die EU-Parlamentsabgeordneten haben die Mitgliedsstaaten am 22. Oktober aufgefordert, die durch die COVID-19-Pandemie vertieften „Digital-Lücken“ im Bildungswesen des gesamten Blocks zu schließen.

Infolge der globalen Gesundheitskrise hat sich das Bildungswesen in den vergangenen Monaten dramatisch verändert, mit einem deutlichen Anstieg des E-Learning, bei dem der Unterricht aus der Ferne und auf digitalen Plattformen durchgeführt wird.

Jüngsten Schätzungen der UNESCO zufolge lag der Zugang zu digitaler Bildung jedoch selbst in den am weitesten entwickelten Ländern der Welt während der ersten COVID-19-Welle bei rund 90 Prozent. Zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler bleiben somit außen vor und werden in diesem Sinne zurückgelassen.

Digitalisierung, aber fair

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In ihrer Entschließung weisen die EU-Abgeordneten auf „nach wie vor erhebliche Unterschiede“ auf EU-Ebene hin: Bis zu 32 Prozent der Schülerinnen und Schüler waren in einigen Mitgliedsstaaten mehrere Monate lang ohne Zugang zu Bildung. Dies sei bei vielen auf fehlende digitale Ausrüstung, unzureichende digitale Fähigkeiten oder andere bereits bestehende Benachteiligungen zurückzuführen.

Dadurch drohten „einer ganzen Generation von Lernenden Lerndefizite“, was „möglicherweise auch negative Auswirkungen auf das Wachstum der Arbeitsproduktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der Union insgesamt“ haben könnte, heißt es in der Entschließung.

„Viele Länder sind noch immer unvorbereitet auf die zweite Welle, die jetzt Europa trifft,“ kritisierte der sozialdemokratische Europaabgeordnete Victor Negrescu vom parlamentarischen Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) vor dem Plenum. „Es sollte mehr getan werden, um den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung und Ausbildung für alle zu gewährleisten. Und dafür müssen wir in Bildung investieren“, sagte er in der Debatte vor der Abstimmung über die Entschließung.

Er drückte das „tiefe Bedauern“ des Ausschusses aus, dass in der aktuellen EU-Haushaltsvereinbarung erhebliche Kürzungen bei Programmen zur Unterstützung der allgemeinen und beruflichen Bildung vorgeschlagen wurden, während das Europäische Parlament die Mitgliedstaaten seinerseits aufgefordert hatte, ihre eigenen öffentlichen Ausgaben für Bildung zu erhöhen. Negrescu forderte weiter: „Die Kommission muss in ihrem Recovery-Plan Investitionen in die Bildung Priorität einräumen.“

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Die Kommission selbst hatte im September mit ihrem Aktionsplan Ideen zur Förderung der Aus- und Weiterbildung in „digitalen Kompetenzen“ im gesamten Block vorgelegt. Dieser Plan soll auch die aus der COVID-19-Krise gezogenen Lehren widerspiegeln.

So wird eine Reihe von Initiativen für eine qualitativ hochwertige, integrative und zugängliche digitale Bildung in Europa vorgeschlagen, und die Mitgliedstaaten aufgefordert, eine verstärkte Zusammenarbeit auf EU-Ebene zu erleichtern.

„Allgemeine Bildung und Berufsbildung wurden durch die COVID-19-Pandemie massiv beeinträchtigt und mussten innerhalb kürzester Zeit auf Fernunterricht und Online-Lernen umschalten. Die massenhafte Nutzung dieser Technologien hat Lücken und Schwächen zutage gefördert,“ sagte die für Digitalpolitik zuständige Kommissionsvizepräsidentin Margarethe Vestager damals.

Deshalb sei nun „der richtige Moment, um das Bildungswesen für das digitale Zeitalter neu aufzustellen. 95 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der öffentlichen Konsultation zum Aktionsplan für digitale Bildung waren der Meinung, dass die Krise ein Wendepunkt ist, was die Art und Weise der Nutzung von Technologien im Bildungswesen angeht.“

In ihrer Entschließung kritisieren die EU-Abgeordneten hingegen, es mangele nach wie vor „an Koordinierung oder Austausch bewährter Verfahren auf Unionsebene“. Die Mitgliedstaaten sollten sich aktiver und besser untereinander absprechen.

Im Parlament sei man „der Ansicht, dass eine bessere Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten und eine anspruchsvollere Politik der Union im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung die Wirksamkeit der Reaktion auf die COVID-19-Krise verbessert hätten.“

[Bearbeitet von Tim Steins]

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“We welcome the education package put forward by the Commission at the end of September; however, it is only the first step,” rapporteur Sabine Verheyen (EPP) said after the vote, adding this must now be „backed up by concrete measures and with the funding to deliver them.”

Although the EU action plan for digital skills for all was broadly welcomed, Amanda Crowfoot, secretary-general of the European University Association (EUA), warned that the European initiatives “must ensure that digitally enhanced education does not get branded as an emergency mode, but instead foster forward-looking strategies and actions beyond the crisis which are paramount for resilience and innovation”.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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