Europäisches Jahr der Erziehung durch Sport 2004 [DE]

Ziel des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport 2004 (EJES) ist es, das Bewusstsein der potenziellen Vorteile einer Verknüpfung von Erziehung und Sport zu stärken. EJES stehen Haushaltsmittel in Höhe von 11,9 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen 7 Millionen für verschiedene Projekte ausgegeben werden.

Die EU widmet jedes Jahr einem bestimmten Thema. Das Europäische Jahr 2004 steht unter dem Motto 'Erziehung durch Sport' (EJES). Die deutsche Europaparlamentarierin Doris Pack hatte einen Vorschlag hierzu vorgelegt, worauf das Parlament am 13.Juni 1997 einen Aufruf zur Organisation von EJES in einer Resolution aufnahm. EJES-Projekte verfolgen das Ziel, die positiven Werte des Sports im Rahmen von Amateuraktivitäten zu fördern. Darüber hinaus steht das Jahr im Zusammenhang mit internationalen Sportsereignissen wie den Eishockey-Weltmeisterschaften, Paralympischen Spielen, Olympischen Spielen in Athen und den Euro 2004-Fußball-Europameisterschaften in Portugal. Diese Veranstaltungen werden welweit und insbesondere in Europa ein großes Interesse hervorrufen.

EJES wurde am 1.Januar 2004 - kurz vor dem Beginn der Vierschanzen - mit einem Neujahrskonzert der Wiener Philharmonika in Garmisch-Partenkirchen offiziell eröffnet. Andere Eröffnungsveranstaltungen haben in verschiedenen europäischen Ländern stattgefunden.

Die EU-25 sowie Norwegen, Liechtenstein und Island können im Rahmen von EJES Mittel erhalten. Die Türkei, Rumänien und Bulgarien hätten ebenfalls an EJES teilnehmen können, hatten aber keinen Antrag eingereicht.

Die Ergebnisse einer von Eurobarometer vom 1. bis 30. September durchgeführten Umfrage (mit mehr als 16.000 Menschen ab dem 15.Lebensjahr) zeigt, dass fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten erklären, dass sie sich mindestens einmal pro Woche sportlich betätigen. Mehr als ein Drittel (68 Prozent) sind der Meinung, dass die EU Erziehung durch Sport aktiver fördern sollte. Drei Viertel sind der Ansicht, dass dem Sport in der Schule mehr Zeit gewidmet werden sollte und knapp 80 Prozent sind für engere Verbindungen zwischen dem Bildungssystem und den Sportsverbänden ihres Landes. Es gibt somit gute Gründe für das Europäische Jahr der Erziehung durch Sport. 

Eine Reihe von hochkarätigen Sportstars - Olympiasieger, Welt- und Europameister mit insgesamt mehr als 30 Goldmedaillen - aus verschiedenen europäischen Ländern nehmen an einem 'EJES All Star Team' teil, welches die Initiative fördern und enge Verbindungen zwischen der Sportswelt und dem Kulturbereich herstellen soll. Die Mannschaft besteht aus Spitzensportlern wie der Marathonläuferin Rosa Moto (Portugal), der ehemaligen Leichtathletin und derzeitigen Europa-Abgeordneten Teresa Zabell (Spanien), dem Skiläufer Franz Klammer (Österreich), der Fußballweltmeisterin Steffi Jones (USA), dem Radsportler Stephen Roche (Irland) und dem Geher Robert Korzeniowski (Polen). Aus Deutschland nimmt die ehemalige Leichtathletin Heide Ecker-Rosendahl an dem Team teil.

Das vorrangige Ziel von EJES besteht in der Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit für verschiedene Aspekte des Sports (z.B. Teamarbeit, Solidarität, Toleranz und Fairness) in den Ländern, die an der Initiative teilnehmen (EU-25 sowie und EFTA-Länder). Darüber hinaus sollen die erzieherischen Werte des Sports gefördert werden durch die Zusammenarbeit von Bildungs- und Sporteinrichtungen, die Einbeziehung von sozial schwachen Menschen, Förderung multikultureller Begegnungen, ehrenamtliche Tätigkeiten und Schülermobilität.

Eine der Kernfragen ist, ob EJES als ein Erfolg gewertet werden wird und welche Maßstäbe angelegt werden. Dies könnte einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie aktiv und auf welche Art und Weise die EU künftig im Bereich der Sportspolitik tätig werden und Maßnahmen ergreifen wird.

Eine mit 14 Angestellten besetzten Abteilung des GD Bildung und Kultur sowie nationale Koordinierungsstellen sind für die Koordinierung der EJES-Projekte zuständig. Die Kommission hatte ursprünglich ein Gesamtbudget von 11,5 Millionen Euro vorgesehen (die Mittel wurden später angesichts der Erweiterung auf 11,9 Millionen Euro aufgestockt), von denen 6,5 Millionen Euro an bestimmte vorgemerkte Sport- und Bildungsprogramme gehen sollten. Die Kommission hatte ihre Ausschreibungen in drei Runden unterteilt.

Während der ersten Runde (mit einem Haushalt von 500.000 Euro) wurden 77 Anträge eingereicht, von denen sieben ausgewählt wurden; Einer von sieben Anträgen für EU-Projekte und sechs von 67 Anträge für nationale Projekte wurden ausgewählt.

An der zweiten Runde (mit einem Budget von 4 Millionen Euro) nahmen 520 Antragssteller teil, von denen 67 Projekte genehmigt wurden. Acht der 45 Anträge für EU-Projekte und 59 der 475 Anträge für nationale Projekte wurden ausgewählt.

In der dritten Runde (2 Millionen Euro Budget) gab es mehr als 1.000 Anträge, von denen 90-95 Projekte ausgewählt werden sollen. Insgesamt wird es voraussichtlich 150 von der Kommission finanzierte EJES-Projekte geben.

Die Projekte stehen unter der Leitung eines bestimmten Landes, haben spezifische Ziele und werden EU-weit durchgeführt oder sind von europäischem Interesse. Für EU-weite Gemeinschaftsaktivitäten, die von der Kommission ausgewählt werden, in welche Teilnehmer von mindestens acht Mitgliedsländern einbezogen werden müssen, können bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten zurückerstattet werden. Projekte von europäischen Interesse, die von den nationalen Koordinierungsstellen ausgesucht werden, können bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten erhalten. 

  • Mit der Tradition brechend, wird die Olympische Fackel am 22. Juni auf ihrer Reise nach Athen nach Brüssel kommen. Dies soll dazu beitragen, das Europäische Jahr der Erziehung durch Sport in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. 
  • Die Abschlusszeremonie des Europäischen Jahres der Erziehung durch Sport wird im Dezember 2004 stattfinden. Dieses Jahr wird das Europäische Sportforum nicht stattfinden. 
  • Eine Bewertung des Erfolgs von EYES wird gegen Ende des Jahres durchgeführt werden. Der Abschlussbericht, der eine Bewertung der administrativen Verfahren enthalten wird sowie des Einflusses der Projekte auf die Bevölkerung und die Qualität von Partnerschaften, wird Parlament und Rat vermutlich am 31.Dezember 2005 vorgelegt werden, könnte aber bereits im Herbst 2005 abgeschlossen sein.  

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