Die Erfahrungen der EU mit Benchmarking: Von Euphorie zu Erschöpfung?

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von Euractiv Media network.

Diese Studie analysiert das Benchmarking-System der EU-15 im Verhältnis zu den Zielen von Lissabon. Es wird argumentiert, dass es effektiv genug sei, drohende Fehlschläge klar ersichtlich zu machen.

Abstract

Selbst wenn man die mögliche Kritik akzeptiert, der Lissabon-Prozess sei zu unverbindlich oder entbehre einer angemessenen Fundierung durch statistische Verfahren und Indikatoren, scheint doch das von EUROSTAT unterstützte Benchmarking-System effektiv genug zu sein, vor einem drohenden Fehlschlag zu warnen.

Die Lissabon-Ziele verlangen sehr viel von den Mitgliedstaten. Das trifft schon zu, wenn man die einzelnen Ziele jeweils isoliert betrachtet. Aber die Anforderungen von Lissabon gehen darüber hinaus, weil sie die gleichzeitige und kombinierte Verwirklichung der Ziele beinhalten (BIP-Wachstum, Wachstum der Arbeitsproduktivität, beschäftigungsintensives Wachstum, höhere Qualität der Arbeitsplätze und Verbesserung des sozialen Zusammenhalts). Selbst für Länder wie Irland, das sich während des Untersuchungszeitraums im Bereich des Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums als außergewöhnlich leistungsstark erwiesen hat, scheint es fast unmöglich, die potentiell konfligierenden Ziele gleichzeitig einzulösen.

Der Benchmarking-Prozess der Europäischen Union ist eingebunden in den Kontext der Methode der Offenen Koordinierung (MOK). Damit wird der Benchmarking-Ansatz zum integralen Element einer umfassenden Philosophie, welche die Bench-marking-Indikatoren zueinander in Beziehung setzt und ihnen ihre Rolle zuweist bei der Verfestigung des zunehmend dominierenden Projekts eines ,eingebetteten Neoliberalismus‘.

Vor diesem Hintergrund ist der Beitrag auf folgenden Punkt ausgerichtet: Angesichts des Sachverhalts, dass das Benchmarking-System effektiv genug ist, den drohenden Fehlschlag klar ersichtlich zu machen, besteht die Gefahr einer Enttäuschung oder gar Erschöpfung (,benchmarking fatigue‘), die eine ideologische Krise auslösen kann. Angesichts der tiefen Verwurzelung des dominanten Projekts ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Krise immanent im ,eingebetteten neoliberalen Ansatz‘ gelöst wird, und zwar durch eine Verstärkung der neo-liberalen Strömung. Die Untersuchung greift auf die EUROSTAT-Datenbasis der Strukturellen Indikatoren zurück. Sie ist auf das Europa der Fünfzehn beschränkt.

Die

gesamte Studie(auf Englisch) kann von der Website der European Integration Online Papers heruntergeladen werden.  

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