Verbraucherorganisationen reichen Beschwerde gegen WhatsApp ein

"WhatsApp bombardiert die Nutzer seit Monaten mit aggressiven und hartnäckigen Pop-up-Meldungen, um sie zu zwingen, die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren," erklärte BEUC-Generaldirektorin Monique Goyens. [Shutterstock]

Mehrere Verbraucherschutzorganisationen haben eine Beschwerde gegen WhatsApp eingereicht. Sie beschuldigen die Messaging-App, Nutzer:innen übermäßig unter Druck zu setzen, die neuen Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren, ohne die tatsächlichen Konsequenzen für persönliche Daten zu erklären.

Der Verband der europäischen Verbraucherorganisationen (BEUC) und acht seiner Mitglieder haben am gestrigen Montag (12. Juli) eine Beschwerde gegen WhatsApp eingereicht, weil das Unternehmen „Nutzer auf unfaire Weise unter Druck setzt, die neuen Richtlinien zu akzeptieren“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Die Organisationen verweisen auf die eingebauten Pop-Up-Benachrichtigungen, die die Messaging-App an ihre User:innen sendet und diese damit auffordert, die aktualisierten Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren.

„WhatsApp bombardiert die Nutzer seit Monaten mit aggressiven und hartnäckigen Pop-up-Meldungen, um sie zu zwingen, die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren,“ erklärte BEUC-Generaldirektorin Monique Goyens. Den Nutzer:innen werde suggeriert, „dass ihr Zugang zu der App gekappt wird, wenn sie die neuen Bedingungen nicht akzeptieren. Doch die Verbraucher wissen nicht, was sie da tatsächlich akzeptieren.“

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Hintergrund ist ein umstrittenes Update bei Whatsapp, …

Nach Ansicht der Verbraucherorganisationen hat WhatsApp mit seinem aggressiven Vorgehen gegen die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken verstoßen: In der Beschwerde werden die Benachrichtigungen als „hartnäckig“ und „aufdringlich“ bezeichnet. Diese würden mit einer „solchen Häufigkeit inszeniert“, dass sie einen unangemessenen Druck auf die Nutzer:innen ausüben – und damit deren Entscheidungsfreiheit einschränken.

Der zweite Aspekt der Beschwerde bezieht sich auf einen angeblichen Mangel an Klarheit bei den Änderungen der Datenschutzrichtlinien. BEUC und seine Mitglieder sind der Ansicht, dass der Messaging-Dienst den User:innen nicht verständlich erklärt, was die Aktualisierung für ihre persönlichen Daten bedeutet. Zudem habe WhatsApp den falschen Eindruck erweckt, dass ohne die User-Zustimmung die Funktionen der App eingeschränkt würden.

WhatsApp wies die Vorwürfe zurück und verwies auf eine Mitteilung sowie FAQs, die auf der Konzern-Website veröffentlicht wurden. Nach Angaben des Messaging-Dienstes bietet die aktualisierte Datenschutzrichtlinie den Nutzer:innen tatsächlich mehr Informationen. „Die Beschwerde von BEUC basiert auf einem falschen Verständnis des Zwecks und der Wirkung dieses Updates unserer Nutzungsbedingungen. Unser jüngstes Update erklärt die Optionen, die die Leute haben, um einem Unternehmen auf WhatsApp Nachrichten zu schicken und bietet weitere Transparenz darüber, wie wir Daten sammeln und nutzen,“ sagte eine WhatsApp-Sprecherin gegenüber EURACTIV.com.

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Seit Januar 2020 sind BEUC und andere Dachverbände gemäß der EU-Verordnung über Zusammenarbeit im Verbraucherschutz als Stellen ausgewiesen, die berechtigt sind, Beschwerden über EU-weite Verstöße gegen Verbraucherrechte einzureichen. Diese Verstöße werden den nationalen Verbraucherschutzbehörden sowie der Europäischen Kommission vorgelegt.

BEUC erwartet nun, dass die Verbraucherschutzbehörden eine Untersuchung der Praktiken von WhatsApp einleiten, um sicherzustellen, dass das Unternehmen das EU-Recht und die Verbraucherschutzgesetze respektiert.

BEUC hatte kürzlich auch Warnungen gegen TikTok, Nintendo und diverse Fluggesellschaften im Zusammenhang mit der Pandemie veröffentlicht.

[Hinweis: Dies ist eine gekürzte Übersetzung. Den Originalartikel in voller Länge (auf Englisch) finden Sie hier. Bearbeitet von Molly Killeen, Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

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