Tschechiens digitale Spaltung könnte mit EU-Geldern überwunden werden

Zu den tschechischen Prioritäten gehören die Einführung einer paneuropäischen digitalen Identität und digitalen Unterschrift, die Stärkung der Cybersicherheit angesichts der zunehmenden Datenmenge im Cyberspace sowie die Ausbildung von IT-Spezialisten. [Shutterstock/DesignRage]

EU-Konjunkturmittel könnten Tschechien helfen, die Kosten für Breitbandanschlüsse zu senken und den Fachkräftemangel im digitalen Bereich zu beheben.

Tschechien wird rund 1,6 Milliarden der insgesamt 7,2 Milliarden Euro aus dem nationalen Konjunkturprogramm für die Entwicklung von E-Government, E-Commerce und die digitale Entwicklung verwenden, sagte der stellvertretende Ministerpräsident für Digitalisierung und regionale Entwicklung, Ivan Bartoš, am Donnerstag (12. Mai) auf der Konferenz „Digital Czech Republic.“

Dies steht im Einklang mit der Auflage der Kommission, dass die Mitgliedstaaten 20 Prozent ihrer Konjunkturmittel für den digitalen Sektor nutzen müssen.

Zu Tschechiens Prioritäten gehören die Einführung einer paneuropäischen digitalen Identifizierung und digitalen Unterschrift, die Stärkung der Cybersicherheit angesichts der zunehmenden Datenmenge im Cyberspace sowie die Ausbildung von IT-Spezialist:innen.

Die Strategie „Digitales Tschechien“, an der seit einigen Jahren gearbeitet wird, dient als Grundlage für diese Maßnahmen.

Laut Bartoš haben die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung des Staates und seiner Dienstleistungen ist, zumal die Bürger:innen und Unternehmen mit dem Staat kommunizieren müssen.

Laut der Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Dita Charanzova (Renew), liegt Tschechien im europäischen Index der digitalen Wirtschaft auf Platz 18. Das Land ist führend im elektronischen Handel, hinkt aber bei den Kosten für Breitbandanschlüsse hinterher und kämpft mit einem Fachkräftemangel im digitalen Bereich.

„Um voranzukommen, gehe es nicht darum, Subventionsprogramme zu nutzen, sondern ein innovatives Umfeld zu schaffen, in dem die Institutionen digitalisiert und neue Technologien entwickelt werden“, sagte der ehemalige Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek auf der Konferenz.

Im Rahmen seiner im Juli beginnenden EU-Ratspräsidentschaft wolle sich Tschechien unter anderem auf die Bürger:innen und ihre Daten im europäischen Binnenmarkt konzentrieren, sagte Bartoš weiter.

Um die Union bei der Erholung von der Pandemie zu unterstützen, werden die Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer nationalen Konjunkturpläne Sondermittel von der EU erhalten. Zusätzlich zu den 7 Milliarden Euro, die Tschechien im Rahmen des Wiederaufbauplans erhalten wird, könnte das Land weitere 600 Millionen Euro bekommen.

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