Streiks in Frankreich, Großbritannien und Deutschland [DE]

In drei der führenden europäischen Wirtschaften wird am 28. März gestreikt. Sowohl in Frankreich als auch in Großbritannien zeigt dies, wie schwierig es für die Politiker ist, Arbeitsmarktreformen durchzuführen.

Frankreich bereitet sich auf landesweite Streiks vor.  Auf ca. 100 Kundgebungen werden Angestellte des öffentlichen und privaten Sektors gegen den „Vertrag zu Ersteinstellungen“ (CPE) auf die Straßen gehen.  Es wird erwartet, dass hierdurch der öffentliche Verkehr teilweise lahm gelegt wird.

Durch den „Vertrag zu Ersteinstellungen“ hofft Premierminister Dominique de Villepin die Jugendarbeitslosigkeit, die bei über 20 % liegt, zu reduzieren.  Hauptkritikpunkt dieses Gesetzesentwurfs ist, dass der Kündigungsschutz für unter 26 jährige in den ersten zwei Jahren ihrer Einstellung gelockert werden soll.  Dies ruft Wut und Widerstand hervor, und die schlechte Kommunikation der Pläne durch die Regierung hat auch nicht dazu beigetragen, die Gemüter zu beschwichtigen. 

In Großbritannien legen 1,5 Millionen Angestellte  des öffentlichen Diensts für 24 Stunden ihre Arbeit nieder, um gegen geplante Änderungen des Rentensystems zu demonstrieren.  Laut der Gewerkschaften soll dies die größte Arbeitsniederlegung seit dem Generalstreik von 1926 werden.

Der Ärger richtet sich hauptsächlich gegen die Pläne der Regierung ein Gesetz zu streichen, welches es Beamten der Lokalverwaltungen ermöglicht mit 60 Jahren in Rente zu gehen und dennoch die vollen Rentenbezügen zu erhalten.  Begründet werden diese Einschnitte mit einer längeren Lebenserwartung und der sich hieraus ergebenden Haushaltsbelastungen.  

In Deutschland hat die IG-Metall ihre Mitglieder zu ersten Warnstreiks im Leipziger BMW-Werk aufgerufen.  Die deutschlandweit rund 3,4 Millionen Arbeitnehmer der Metallindustrie fordern Gehaltserhöhungen um  5 %.  Im Vorfeld sind die Lohnverhandlungen bereits zweimal gescheitert. 

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