Kommission und Rat führen zurzeit Gespräche darüber, wie die Zahl der Unternehmensgründungen in Europa erhöht werden kann.
Auf ihrem Frühjahrsgipfel haben sich die Staats- und Regierungschefs auf eine Reihe von Maßnahmen geeinigt, um Firmengründungen einfacher zu machen. In den Schlussfolgerungen werden die folgenden Maßnahmen genannt:
- „Die Mitgliedstaaten sollten bis 2007 eine zentrale Anlaufstelle für die schnelle und einfache Gründung von Unternehmen einrichten oder Vorkehrungen treffen, die zu demselben Ergebnis führen“.
- „[…] bei der Einstellung eines ersten Arbeitnehmers sollte nicht mehr als eine öffentliche Verwaltungsstelle beteiligt sein“.
- Es soll bis Ende 2007 überall in der EU möglich sein, ein Unternehmen innerhalb einer Woche zu gründen
Auf einer Konferenz am 28. März 2006 haben sich Experten mit der abschreckenden Wirkung befasst, welche die Gefahr der Insolvenz auf potentielle Unternehmensgründer ausübt. Die Teilnehmer waren sich einig, dass an Unternehmern nach einer Pleite ein zu großes Stigma hafte, und dass dies die Risikobereitschaft verringere. Darüber hinaus wurde über Möglichkeiten beraten, wie Ängste in Verbindung mit risikoreichen Investitionen abgebaut werden und wie die Zahl der Insolvenzanmeldungen verringert werden könnten, u. a. mithilfe von Frühwarnsystemen imd staatlichen Beihilfen.
Die Teilnehmer diskutierten außerdem, wie Unternehmer ermutigt werden können, nach der Insolvenz einen neuen Anfang zu wagen. Die meisten Präsentationen der Konferenz sind online verfügbar.
Hintergrund
Bei ihrem Gipfeltreffen am 23. und 24. März haben sich die Staats- und Regierungschefs unter anderem mit der entscheidenden Rolle von Klein- und Mittelbetrieben für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum befasst. Die Bilanz der letzten Jahre ist jedoch nicht rosig. Denn es dauert durchschnittlich 24 Tage, in der EU eine Firma zu gründen; in Italien sind es sogar 35 Tage.
In den Schlussfolgerungen der österreichischen Präsidentschaft heißt es: „Es müssen umfassende politische Strategien zur Unterstützung von KMU aller Art sowie ein Regulierungsumfeld entwickelt werden, das einfach, transparent und leicht anzuwenden ist“. Dr Rat identifizierte eine Reihe von Ursachen für die relativ geringe Zahl an Neugründungen in der EU und fordert die Kommission auf, „spezielle Bestimmungen – beispielsweise längere Übergangsfristen, niedrigere Gebühren, geringere Anforderungen an die Berichterstattung und Ausnahmeregelungen – zur Förderung des Wachstums und der Entwicklung von KMU zu unterbreiten“.
Einige EU-Mitgliedstaaten haben bereits Maßnahmen eingeleitet, um den in Verbindung mit Unternehmensgründungen entstehenden Verwaltungsaufwand zu verringern. In Portugal, einem Land, das als besonders ineffektiv galt, ist beispielsweise das Prinzip ‚Empresa na hora’ (‚Unternehmen innerhalb einer Stunde’) eingeführt worden. Das neue Verfahren, welches dem Land zu einer Spitzenposition auf der Rangliste der effizientesten Unternehmensgründungsverfahren verholfen hat, wird es Unternehmensgründern in Kürze ebenfalls bald ermöglichen, sämtliche Schritte online abzuwickeln und das Ganze soll nicht mehr als 360 Euro kosten.
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