Produktivitätswachstum: EU überholt USA [DE]

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Laut des jüngsten Wettbewerbsfähigkeitsberichts der Europäischen Kommission habe die EU zum ersten Mal seit 2001 die USA hinsichtlich des Produktivitätswachstums überholt. Der Bericht sieht Europa auf einem Expansionskurs.

Laut des jährlichen Wettbewerbsfähigkeitsberichts der Kommission, der am 5. November 2007 veröffentlicht wurde, begrüßte die EU ihre beste Wirtschaftsleistung seit 2000, mit Wachstumsraten von 3% und einer stark ansteigenden Arbeitsproduktivität um 1,5 % im Jahr 2006. Die Produktivität in der EU wuchs somit stärker als die in den USA (1,4 %). Die Kommission hofft diesbezüglich auf einen „langfristigen Trend”.

Der Bericht legt den Fokus besonders auf die Produktivität, „dem wichtigsten Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand auf lange Sicht“. In Wahrheit liegt die EU allerdings immer noch hinter den USA zurück; dort ist die Produktivität pro Beschäftigtem 39% höher. So betrachtet hat die EU gerade einmal begonnen, die Produktivitätskluft, die sie von den USA trennt, zu verringern.

Günter Verheugen, der Kommissar für Industrie, sagte, dass die Ergebnisse ‚ermutigend’ seien und dass die Reformen der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung „allmählich Früchte tragen“. 

Der Vize-Präsident der Kommission kritisierte jedoch die Tatsache, dass Investitionen in Forschung und Entwicklung nicht ausreichend seien. „Hier brauchen wir ganz eindeutig eine Aufstockung”, sagte Verheugen. Was Forschung und Entwicklung betreffe, hätten einige Mitgliedstaaten, wie Zypern, die Slowakei, Luxemburg und Polen, noch einen langen Weg vor sich, um die Ziele von Lissabon – 3% des BIP – zu erreichen. 

Laut des Berichts hielten die europäischen Industrien (Dienstleistungen und verarbeitendes Gewerbe) insgesamt ihre Positionen auf dem Weltmarkt besser aufrecht als ihre US-amerikanischen und japanischen Mitbewerber. Gleichzeitig sei die interne Leistung weniger positiv ausgefallen: Sie sei seit 1995 durch eine „verhältnismäßig niedrige Wachstumsrate bei der Wertschöpfung, der Arbeits- und der totalen Faktorproduktivität“ gekennzeichnet gewesen.

Wettbewerb durch Handel und Öffnung wird als ein wichtiger Antrieb für wirtschaftliche Effizienz verstanden. Der Abbau der übrigen Handelsschranken des Binnenmarktes könnte, laut Schätzungen der Kommission, zu einem Anstieg des BIP der EU um 2,2% sowie zu einer Schaffung von 2,75 Millionen weiteren Arbeitsplätzen führen.

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