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19/01/2017

Montenegro: Hacker-Angriffe am Wahlsonntag

Innovation

Montenegro: Hacker-Angriffe am Wahlsonntag

Mehrere Internetnutzer hatten am Wahltag in Montenegro keinen Zugriff auf wichtige Internetseiten.

[PRODennis Skley/Flickr]

Am Tag der Parlamentswahlen in Montenegro habe es mehrere Hacker-Angriffe auf wichtige Internetseiten des Landes gegeben, bestätigt das nationale Ministerium der Informationsgesellschaft und Telekommunikation. EurActiv Brüssel berichtet.

In Montenegro sollen Hacker am Wahlsonntag laut Ministerium vermehrt versucht haben, sich Zugang zu Webportalen des Landes zu verschaffen. Erfolgreich waren sie beispielsweise auf den Seiten von Café del Montenegro (CDM), Radio Antena M und der Demokratischen Partei der Sozialisten Montenegros. Die Homepage der NGO Centre for Democratic Transition sowie sämtliche Subdomains sollen schon vom 13. Oktober an im Visier der Hacker gewesen sein. Auch Montenegrin Telekom (T-com) gibt an, erfolgreich mehrere Hacks abgewehrt zu haben.

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Bei den Attacken handelte es sich angeblich um DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service), die Nutzern den Server-Zugriff verweigern, Netzwerke lahmlegen oder Computer und andere Teile der Infrastruktur funktionsunfähig machen. Montenegros nationale Cybersicherheits-Teams unternehmen in Absprache mit anderen öffentlichen Behörden alles in ihrer Macht stehende, um erneute Angriffe zu verhindern, verspricht das Ministerium. Die betroffenen Seiten laufen inzwischen wieder und man habe die Öffentlichkeit am Wahltag rechtzeitig informiert.

Bei den gestrigen Parlamentswahlen soll es zu einem versuchten Staatsstreich und mehreren Verhaftungen serbischer Nationalisten gekommen sein. Montenegros politische Landschaft ist gespalten zwischen Anhängern des Westens und den Unterstützern Russlands. Letzteres verfügt über sehr enge Bande zu dem kleinen, slawisch-orthodoxen Staat.

Nicht zum ersten Mal wurde Montenegro zur Zielscheibe von Hacker-Angriffen. Vor einiger Zeit kam es angeblich zu einer Attacke auf das Verteidigungsministerium.

In Polen scheinen ähnliche Zustände zu herrschen. Vor einem Jahr habe Russland einen Hacker-Angriff gegen das polnische Verteidigungsministerium unternommen und 10.000 Telefonnummern polnischer Soldaten gestohlen, betont Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz im Gespräch mit EurActiv.