Maaßen: Industrie 4.0 erhöht Risiko der Cyber-Spionage

EU Europa Nachrichten

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen. [CDU/CSU-Bundestagsfraktion]

Die Industriestaaten laufen Gefahr, zunehmend Cyber-Spionage durch kleinere Staaten ausgesetzt zu sein, warnt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen.

„Es reicht wenig aus, um einen Industriestaat in die Knie zu zwingen, wenn man gut ausgebildete Cyberkrieger hat“, sagte Maaßen am Mittwoch beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Damit einhergehe eine große Verwundbarkeit des Westens, weil hier nahezu alles mit dem Cyberraum zusammenhänge. Es bestehe die Sorge, dass mit den als „Industrie 4.0“ beschriebenen Umwälzungen „die Angriffsfläche, die wir unserem Gegenüber bieten, immer größer wird“.

Maaßen warnte, der Cyberraum sei für ausländische Geheimdienste attraktiv, weil kostengünstig und effizient und auf einfache Weise Informationen besorgt werden könnten, wofür in der realen Welt hochprofessionelle Agenten eingeschleust oder Innentäter angeworben werden müssten. Im Internet sei es auch möglich, dass ein Staat, der militärisch vollkommen unterlegen sei, einen Krieg führe. „David kann gegen Goliath kämpfen“, sagte Maaßen.

Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste im Cybersektor seien seit dem Jahr 2007 in hohem Maße zu beobachten. Dabei gehe es wie in der Realwelt um Spionage, Sabotage, Desinformation, Infiltration und Einfluss.