Die Marktöffnung für netzgebundene Branchen wie den Telekommunikationsbereich, das Verkehrswesen und den Energiebereich ist den Verbrauchern zugute gekommen, indem Druck auf Dienstleistungsanbieter ausgeübt wurde, ihre Kosten und Preise niedrig zu halten. Dies zeigt ein Bericht der Europäischen Kommission.
Der Bericht erklärt, dass besonders die Verzögerungen der Liberalisierung der Postdienste, des Schienenverkehrs und des Energiesektors die Leistung in einigen Mitgliedstaaten eingeschränkt habe. Er kritisiert weiterhin die Regierungen dafür, dass es ihnen nicht gelungen sei, technologische und rechtliche Hindernisse zur Marktöffnung auszuräumen.
Der Bericht lobt den EU-Rechtsrahmen für den Telekommunikationssektor, dessen Umsetzung Investitionen und die Aufnahme neuer Dienste, wie Breitband, gefördert habe. Zudem, so der Bericht, seien Preise, welche die Verbraucher zahlten, in den vergangenen 10 Jahren um 40% in realen Zahlen zurückgegangen. Der Bericht schreibt den Löwenanteil dieses Wachstums dem Anstieg der Arbeitsproduktivität zu, welche in den Staaten der EU-15 zwischen 1993 und 2003 zunahm, ‚mit einer beachtlich schnelleren Geschwindigkeit bei Kommunikationsdiensten (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 7,6%) als bei der Wirtschaft im Allgemeinen (1,8%)’.
Elektronische Kommunikation, so der Bericht, sei eine wichtige Erfolgsgeschichte der Liberalisierung, aber sogar hier könnten weitere Verbesserungen unternommen werden, nicht nur durch eine bessere Koordinierung der Regulatoren, aber auch durch das Streichen unnötiger restriktiver Regelungen (z.B. bei der Verteilung von Radiofrequenzen). Dies hindere nicht die Marktintegration, aber es könne die Entwicklung von innovativen Dienstleistungen und Technologien erschweren.
Der Bericht bedauert jedoch die Anhebung der Energiepreise, die laut dem Bericht die „bemerkenswerte Ausnahme“ in einem Bereich mit allgemein fallenden Preisen darstelle. Der Bericht fährt fort, dass das gegenwärtige Niveau der Energiepreise teilweise die Situation auf den Weltmärkten für Öl und Gas widerspiegele, teilweise aber auch einem Mangel an Wettbewerb zuzuschreiben sei. Der Bericht schließt mit der Feststellung, dass einkommensschwache Gruppen besonders schwer von den hohen Energiepreisen betroffen seien. Die Mitgliedstaaten müssten Schritte unternehmen, um dieses Problem zu mindern, indem einkommensschwachen Haushalten geholfen würde, ihre Energieeffizienz zu verbessern oder vom stärkeren Wettbewerb zu profitieren, indem sie zu günstigeren Lieferanten wechselten.
Die horizontale Beurteilung der Leistung der Netzwerkindustrie für Dienstleistungen allgemeinen Interesses wird jährlich von der Generaldirektion für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten durchgeführt und beschäftigt sich mit Telekommunikation, Postdiensten, Elektrizität, Gas sowie mit Luft-, Straßen und Schienenverkehr.
