Die Kommission will allmählich das Management von Forschungs- und Innovationsprojekten auslagern, um sich mehr auf ihre Rolle als Politikgestalter für den Europäischen Forschungsraum (ERA) zu konzentrieren, so der Kommissar für Wissenschaft und Forschung, Janez Poto?nik.
Janez Potocnik, der Kommissar für Forschung, sagte am 11. Oktober 2007 während eines ‚politischen Dialogs’ des European Policy Centre zum Thema „Cultivating a market for innovation in Europe“ (deutsch: Die Entwicklung eines Marktes für Innovationen in Europa), die Kommission sei derzeit eine Finanzierungsinstitution für Forschungs- und Innovationsprojekte. Dies wolle man ändern, sodass man sich verstärkt auf Politiken konzentrieren und sich zu einem EU-Forschungsministerium entwickeln könne – einen wahren Politikgestalter für den Europäischen Forschungsraum (ERA).
Potocnik fügte hinzu, man wolle neben dem Europäischen Forschungsrat (EFR) eine spezifische Agentur errichten, um das Management von Forschungsprojekten auszulagern, sodass man intern die Politikgestaltung effizienter gestalten könne. Dies werde allmählich bis 2013 – dem Ende des derzeitigen Forschungsrahmenprogramms (RP7) – geschehen. Die Kommission hofft, anschließend, während des RP8, die Zeit und die Mittel zu haben, um sich Forschern und dem Markt zu nähern.
Der Kommissar hat weiterhin davor gewarnt, dass es schwierig sein werden, an Initiativen, die unter Artikel 169 (wie auch Galileo) geschaffen werden, zu arbeiten, wenn diese ausgelagert seien.
Dr. Gilbert Fayl der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sagte, die Kommission sollte eine Innovationskultur fördern und ebenfalls sicherstellen, dass aktuelle EU-Politiken nicht mit Innovationen in Widerspruch stünden. Er gab jedoch keine Beispiele für solche Politiken.
Dr. Fayl empfahl weiterhin, dass die Kommission Maßnahmen fördern solle, um die internationale Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen zu verbessern und um europaweite Kampagnen zur Förderung von Unternehmertum ins Leben zu rufen. Innovationen würden auf individueller Ebene durchgeführt, bewegten sich dann auf die Ebene von Gruppen und Organisationen und würden schließlich von der Gesellschaft angenommen so Fayl. Er fügte hinzu, junge, talentierte Menschen benötigten besondere Aufmerksamkeit und einen entsprechenden Rahmen, in dem sie sich entwickeln könnten.
Joachim von Heimburg von Procter & Gamble der Meinung, dass spezifische Maßnahmen, die auch die Öffentlichkeit einschlössen, notwendig seien, um Innovationen zu fördern. Er sagte, man könnte beispielsweise verschiedene ‚intelligente Ziele’ festlegen, wie beispielsweise die Senkung der CO2-Emissionen um x% bis 2030.

