Kampf gegen Ebola: Erste Impfstoffe in Afrika angekommen

Impfung eines Studienteilnehmers mit dem experimentellen Ebola-Impfstoff von GSK. Foto: [NIAID/Flickr]

Die erste Ladung Ebola-Impfstoffe des Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline steht im westafrikanischen Liberia bereit. EURACTIV Brüssel berichtet.

Es ist die erste Lieferung, die in einem der von Ebola am meisten geplagten Länder ankommt. Sie enthält 300 Ampullen eines Impfstoffs, der in den kommenden Wochen für den ersten großangelegten Wirksamkeitstest experimenteller Ebola-Impfstoffe genutzt wird, schreibt das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) in einer Mitteilung.

Derzeit testen den Impfstoff fünf klinische Phase-I-Studien in Mali, in der Schweiz, in den USA und im Vereinigten Königreich. Rund 200 gesunde Freiwillige nehmen daran teil.

„Die Anfangsdaten aus diesen Studien zeigen, dass der experimentelle Impfstoff ein akzeptables Sicherheitsprofil hat, auch unter Berücksichtigung der westafrikanischen Bevölkerung und der unterschiedlichen getesteten Dosen. Auf den Sicherheitsdaten und immunologischen Daten dieser Studien aufbauend, hat GSK die geeignetste Dosierung ausgewählt, um zu den nächsten Phasen der klinischen Testreihen zu gelangen“, so GSK.

Die Ergebnisse der ersten Phase-I-Studie wurden im November 2014 veröffentlicht. Die Ergebnisse der verbleibenden Phase-I-Studien werden in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Die ausgewählte Dosierung wird jetzt in einer großen Phase-III-Studie getestet. Die National Institutes of Health in den USA leiten die klinischen Prüfungen. Daran nehmen insgesamt 30.000 Menschen teil. Ein Drittel davon wird den experimentellen Ebola-Impfstoff von GSK bekommen.

Die Studie wird den experimentellen Impfstoff mit dem einem Kontrollimpfstoff vergleichen. So will man feststellen, ob die bei Phase-I-Studien gesehene Immunreaktion in einen sinnvollen Schutz gegen Ebola umgewandelt wird. Die Feldstudie wird in den nächsten Wochen in Liberia beginnen. Sollte GSK die regulatorische Genehmigung bekommen, werden weitere Impfstofflieferungen folgen.  

„Die heutige Lieferung des Impfstoffs ist ein großer Erfolg und zeigt, dass wir mit der beschleunigten Entwicklung unseres experimentellen Ebola-Impfstoffs Schritt halten. Die Phase-I-Daten, die wir gesehen haben, sind ermutigend und geben uns das Selbstvertrauen, mit den nächsten Phasen der klinischen Studien weiterzumachen“, so Moncef Slaoui, Vorsitzender von Global Vaccines bei GSK.

Dabei werden Tausende Freiwillige geimpft, darunter auch Beschäftigte des Gesundheitswesens. Slaoui erhofft sich einen wirksamen Schutz durch den experimentellen Impfstoff. Denn dann könne er signifikant dazu beitragen, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen, sagt Slaoui.

„Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass dieser Impfstoff noch in der Entwicklungsphase ist, und jede potenzielle, zukünftige Nutzung in Massenimpfungskampagnen wird davon abhängen, ob die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regulierungsbehörden und andere Interessensgruppen zuversichtlich sind, dass der experimentelle Impfstoff Schutz gegen Ebola bietet, ohne wesentliche Nebenwirkungen zu verursachen und wie schnell große Impfstoffmengen produziert werden können“, sagt Slaoui.

Die WHO und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA helfen GSK bei der Entwicklung. Möglicherweise unterstützen sie in den nächsten Monaten auch Feldstudien in anderen betroffenen Ländern, insbesondere Sierra Leone und Guinea. Gleichzeitig will GSK mit Phase-II-Sicherheitsstudien in nicht betroffenen westafrikanischen Ländern beginnen. 

Die Mitgliedsstaaten und die Kommission versprachen mehr als eine Milliarde Euro für den Kampf gegen die Ebola-Krise. Der Rat ernannte den Kommissar für Humanitäre Hilfe, Christos Stylianides ,zum EU-Ebolakoordinator.

Mobile Labore, Experten für humanitäre Hilfe und Spezialisten für gefährliche Ansteckungskrankheiten werden in der Region eingesetzt.

Die Kommission und die europäische Pharmaindustrie starteten einen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen. 280 Millionen Euro sollen unter dem Dach der Innovative Medicines Initiative (IMI) zusammenkommen.

140 Millionen Euro kommen dabei aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizon 2020. 140 Millionen Euro kommen von Pharmaunternehmen, die Mitglieder der Europäischen Vereinigung der Pharmazeutischen Industrie und ihrer Verbände (EFPIA) sind.

Die Forschung wird sich auf große klinische Studien neuer Impfstoffe in den von Ebola betroffenen Ländern konzentrieren. Außerdem sollen die Gelder für die Entwicklung schneller Diagnosetests sowie für neue Ansätze zur Herstellung und Verteilung von Impfstoffen genutzt werden.

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