Der Europäische Forschungsbeirat der Kommission hat eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Forschern und sozialen Akteuren gefordert. Diese sei ‚entscheidend‘, damit Forschung leichter zu Innovation führen könne.
Erfolgreiche Innovation erfordere nicht nur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch eine enge Zusammenarbeit mit sozialen Akteuren. Dies legte der Forschungsbeirat der Kommission (EURAB) in seinem jüngsten Bericht mit dem Titel „Research and Societal Engagement” (deutsch: ‚Forschung und gesellschaftliche Einbindung’) vor.
Der Bericht baut auf den vorangegangenen Empfehlungen des EURAB auf hinsichtlich der Möglichkeiten, wie man Forscher ermutigen könnte, stärker mit der Zivilbevölkerung zu interagieren und die Wissenschaft zu kommunizieren. Mit diesem Bericht beabsichtigt der EURAB, zu zeigen, wie wichtig es ist, Stakeholder in den Forschungsprozess einzubeziehen. EURAB ist der Meinung, dass dieser gesellschaftliche Einbezug notwendig ist, um Forschung verstärkt zu Innovation zu führen.
Der Bericht erklärt, dass Forscher sich darüber im Klaren sein sollten, wie Aktionen in der Vergangenheit zur gegenwärtigen, negativen Wahrnehmung der Forschung in der Öffentlichkeit geführt hätten (beispielsweise Fragen hinsichtlich Atomenergie, gentechnisch veränderten Organismen oder Pestiziden). Ein verbesserter Dialog mit der Öffentlichkeit, sei es auf direktem Weg oder über gesellschaftliche Akteure, hätte einen Großteil der Spannungen und den Verlust möglicherweise innovativer Entwicklungen in diesen Forschungsbereichen verhindern können.
Um entgangene Möglichkeiten und Misstrauen hinsichtlich Forschung und Entwicklung in der Zukunft zu vermeiden, fordert der Bericht ein stärkeres gesellschaftliches Engagement und einen offenen Dialog über neu entstehende Forschungsbereiche wie Nanotechnologie und therapeutische Lebensmittelzusatzstoffe.
Der Bericht gibt daher eine Reihe von Empfehlungen für die Forschungsgemeinschaft ab, wie sie sich an einem nachhaltigen Dialog mit der Öffentlichkeit beteiligen könne. Dieser Dialog würde den Forschern helfen, Fragen und Bedenken der Zivilgesellschaft besser in ihre Arbeit einzubeziehen.
EURAB empfiehlt:
- Universitäten sollen ein System zur Verfügung stellen, in dem sie Forschungsstudenten ausbilden und ihnen verschiedene gesellschaftliche Perspektiven aufzeigen, den Einbezug fördern und einen multidisziplinären Ausblick bieten;
- Zu diesem Dialog sollte ermutigt werden, weil es sich um einen Faktor für Berufsaussichten des Forschers handelt;
- Die Entwicklung weiterer Mechanismen für gesellschaftliche Akteure, um ihre Forschungskapazitäten zu verbessern;
- Die Ausweitung der Rolle der gesellschaftlichen Akteure innerhalb der Europäischen Technologieplattformen;
- Die Entwicklung von Strukturen für Partnerschaften zwischen Forschern und gesellschaftlichen Akteuren in einem Forschungsdialog, und;
- Eine Stärkung der Prozesse der Bewertung, Überprüfung und Nachbearbeitung von Forschungsprojekten, indem die gesellschaftlichen Akteure dort einbezogen werden, wo dies angemessen ist.

