Frankreich will bis 2025 einen 5G-Markt im Wert von 15 Milliarden Euro aufbauen

Zusammen mit privaten Investitionen könnten in den kommenden Jahren mehr als 1,7 Milliarden Euro für den Telekommunikationssektor mobilisiert werden, hofft Frankreichs Regierung. [foto500/Shutterstock]

Frankreich will fast 1,7 Milliarden Euro in seinen 5G-Markt investieren. Das gaben Industrieministerin Agnès Pannier-Runacher und der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, am Dienstagmorgen (6. Juli) bekannt, als sie die 5G- und zukünftige Telekommunikationsstrategie des Landes vorstellten. Ziel sei es, bis 2025 einen 5G-Markt im Wert von 15 Milliarden Euro aufzubauen. EURACTIV Frankreich berichtet.

„Wir haben uns die Zeit genommen, um die Zweifel auszuräumen […] und jetzt müssen wir Gas geben,“ verkündete Agnès Pannier-Runacher zu Beginn ihrer Präsentation zur „Nationalen Strategie zu 5G und zukünftigen Telekommunikationsnetztechnologien“.

Als Beitrag zum Ziel, bis 2025 einen 5G-Markt im Wert von 15 Milliarden Euro zu erreichen, kündigte die Regierung 480 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln an, um vorrangige Projekte bis 2022 zu unterstützen. Bis 2025 sollen die Mittel dann auf 735 Millionen Euro anwachsen.

Zusammen mit privaten Investitionen könnten in den kommenden Jahren somit mehr als 1,7 Milliarden Euro für den Telekommunikationssektor mobilisiert werden, heißt es seitens der Regierung.

Neue 5G-Ziele in der "Digitalen Dekade" der EU

Die Europäische Kommission wird als Teil ihrer Pläne für eine „Digitale Dekade“ mehrere neue Ziele im Bereich 5G  festlegen. Bislang hatte es zahlreiche Verzögerungen bei der Einführung der neuen Telekommunikationstechnologie in der EU gegeben.

Während der Präsentation skizzierte Panier-Runacher die Möglichkeiten, die 5G angeblich biete, um Sektoren wie die Automobilindustrie, das Gastgewerbe und die Landwirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Sie merkte an, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, 5G ebenfalls „zu einer ihrer Prioritäten gemacht“ habe.

Laut Panier-Runacher geht es nun um die „Kapitalisierung unseres Know-hows“, den Ausbau von Forschung und Entwicklung sowie die „Unterstützung der traditionellen europäischen Gerätehersteller“ wie Nokia und Ericsson. Dies seien die wichtige „Hebel für den industriellen Aufschwung“.

Der Staatssekretär für Digitales, Cédric O, fügte hinzu, Frankreich wolle „bis 2022 eine souveräne Lösung für Unternehmensnetzwerke aufbauen“. Die Strategie sehe auch vor, zur Entwicklung von technologischen Bausteinen – „Gliedern in der Lieferkette“ – beizutragen. Man wolle Netzwerke schaffen, die ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit garantieren, sowie die deutsch-französische Zusammenarbeit zu diesem Thema stärken.

Ein Großteil der versprochenen öffentlichen Mittel, 360 Millionen Euro, sei dafür vorgesehen.

EU-Staaten beim Thema 5G-Sicherheit nicht gleichauf

Die EU-Länder machen „unterschiedliche Fortschritte“ bei den 5G-Sicherheitsprotokollen, so der Europäische Rechnungshof. Die Protokolle waren von der Europäischen Kommission eingeführt worden, um die EU-weite Sicherheit der neuesten Telekommunikationsnetze zu gewährleisten.

Frankreich wird außerdem eine Initiative zum Thema 5G für die Industrie starten und im September eine Person zu deren Leiter ernennen, kündigte der Staatssekretär weiter an.

Das Ziel dieser „Mission“ sei es, Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren zu stärken. Sie könnte auch die exklusive Zuteilung bestimmter 5G-Frequenzen an industrielle Akteure in Betracht ziehen. „Das Thema liegt bereits auf dem Tisch,“ fügte O hinzu.

Frankreichs neue Strategie soll bis 2025 rund 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen, kündigte die Regierung an – während die Europäische Kommission in einer Studie aus dem Jahr 2016 bereits schätzte, dass die Ausschöpfung des vollen Potenzials von 5G zu Einsparungen von mehr als 113 Milliarden Euro pro Jahr führen könnte.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

Vestager: EU braucht grenzüberschreitende "5G-Korridore"

Die Länder der Europäischen Union sollten einen Teil des 750 Milliarden Euro schweren Recovery Fund verwenden, um „5G-Korridore“ einzurichten, die dem Block auch helfen würden, sich von der Coronavirus-Pandemie zu erholen, so die EU-Digitalkommissarin am Montag.

EU werkelt an Zertifizierungssystem für 5G-Sicherheit

Ein EU-weites Zertifizierungssystem für die Cybersicherheit von 5G-Netzwerken soll in der gesamten EU eingeführt werden, um technische Schwachstellen in der nächsten Generation der mobilen Kommunikation zu beheben. Das teilte die Europäische Kommission am Mittwoch (3. Februar) mit.

Wenig Aussicht auf Erfolg: Französische Abgeordnete fordern 5G-Aussetzung

Während der Prüfung des Anti-Klimawandel-Gesetzentwurfs wurden drei Änderungsanträge eingebracht, die ein „Moratorium“ für die Einführung von 5G in Frankreich fordern.

Subscribe to our newsletters

Subscribe