Finnische Medien bezeichnen Erdoğan als „Diktator“ nach Zensurforderungen

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hat Präsident Erdoğan als Vorbedingung für die Genehmigung der NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens gefordert, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der beiden Länder keine Fernsehinterviews mit "Terroristenführern" mehr führen. [EPA-EFE/VLADIMIR SMIRNOV/ SPUTNIK / KREMLIN]

Der Direktor der finnischen Rundfunkanstalt YLE, Jouko Jokinen, hat am Donnerstag die Forderung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, keine Interviews mit „Terroristenführern“ mehr auszustrahlen, als „wahnhafte Vorstellungen eines Diktators“ abgetan.

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hat Präsident Erdoğan als Vorbedingung für die Genehmigung der NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens gefordert, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der beiden Länder keine Fernsehinterviews mit „Terroristenführern“ mehr führen.

Der türkische Präsident äußerte seine Forderungen am Mittwoch (8. Juni) auf einer Pressekonferenz mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro.

Auslöser für Erdoğans Äußerungen waren wahrscheinlich die jüngsten Berichte von YLE aus Syrien und ein Interview mit dem kurdischen Spitzenpolitiker Salih Muslim.

„Die Welt ändert sich nicht, wenn man versucht, die Medien und die Redefreiheit zu kontrollieren“, sagte Jokinen auf der YLE-Website.

Unterstützung erhalten die Medien auch vom finnischen Außenminister Pekka Haavisto.

„Der finnische Rundfunk genießt, wie alle Medien des Landes, völlige Pressefreiheit. Das ist natürlich etwas Unantastbares in Finnland“, sagte er.

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