Finnische Energieunternehmen weigern sich, „Russlands Google“ zu beliefern

Das Datenzentrum, das seit 2015 in Betrieb ist, befindet sich in der Stadt Mäntsälä, etwa 50 Kilometer nördlich von Helsinki. [Shutterstock/Ascannio]

Finnische Elektrizitätsunternehmen weigern sich, Stromverträge mit der russischen Suchmaschine Yandex abzuschließen, die in der Nähe von Helsinki ein Datenzentrum unterhält, da diese unter Verdacht steht, Kriegspropaganda zu verbreiten.

Das Datenzentrum, das seit 2015 in Betrieb ist, befindet sich in der Stadt Mäntsälä, etwa 50 Kilometer nördlich von Helsinki. Es ist das Einzige in Westeuropa, die anderen befinden sich in Russland. Seit 2015 trägt seine Abwärme zu rund 75 Prozent zur Fernwärmeversorgung in der Region bei.

Der Geschäftsführer des Unternehmens wurde jedoch im März auf eine Sanktionsliste gesetzt, woraufhin er zurücktrat. Das Unternehmen selbst wurde nicht sanktioniert.

Die finnischen Stromversorger haben jetzt jedoch ihre Verträge gekündigt. Yandex hat noch keinen neuen Anbieter gefunden. Das Rechenzentrum ist seit Ende April auf einen Dieselgenerator angewiesen und vom finnischen Stromnetz abgeschnitten.

Yandex „wird sein Bestes tun, um einen neuen Partner zu finden, der uns hilft, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Es gibt noch einige Optionen, die wir aktiv verfolgen“, sagte der Leiter des Rechenzentrums, Alexei Zhumykin, in einem Interview mit dem Fernsehsender YLE. Ihm zufolge ist Finnland nach wie vor ein hervorragender Standort für russische Unternehmen.

Die Glaubwürdigkeit und der Ruf von Yandex könnten jedoch für immer beschädigt sein, nachdem bekannt wurde, dass die finnischen Behörden das Unternehmen als möglichen Verbreiter von Fake News unter die Lupe nehmen.

Kommunikationsminister Timo Harakka (SDP) erklärte gegenüber YLE, dass „Yandex genau beobachtet wird.“

Yandex‘ Nachrichtensparte ist zusätzlich weiterhin einer der Wege, mit der gleichgeschaltete russische Nachrichten zu Leser:innen in Europa gelangen, indem Yandex Kurzzusammenfassungen von Nachrichten des Senders Russia Today publiziert.

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