F & E in Europa: Großbritannien zieht am meisten Auslandsinvestitionen an [DE]

Im Zuge der Internationalisierung von Forschung und Entwicklung fließen immer mehr Mittel aus europäischen Forschungsfonds ins Ausland – und insbesondere in die USA sowie nach China und Indien, trotz gegenteiliger Bemühungen Europas.

Die zunehmend globalisierten Wirtschaftsbeziehungen haben zu einer Internationalisierung von Forschung und Entwicklung (F & E) geführt. Noch ist wenig darüber bekannt, wie der Grad dieser Internationalisierung gemessen werden kann, da sich viele Indikatoren und amtliche Statistiken lediglich mit nationalen Aktivitäten befassen. Eine neue Eurostat-Veröffentlichung hat sich zum Ziel gesetzt, „die Internationalisierung von F & E […] aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten“. Dazu wurden unterschiedliche Indikatoren untersucht, wie beispielsweise die technologische Zahlungsbilanz (TZB), die ausländische Beteiligung an Patentaktivitäten und Statistiken über die Anzahl der in anderen EU-Ländern eingeschriebenen Studenten. 

Einen der Indikatoren bilden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die durch ausländische Investitionen gedeckt werden. Den größten Anteil an den Bruttoinlandsausgaben für F & E (GERD) haben Malta, Österreich und Lettland mit etwa 20%.  Am anderen Ende der Skala liegen mit weniger als 3% Finnland und Deutschland. Der absolute Wert der vom Ausland finanzierten Bruttoinlandsausgaben für F&E ist im Vereinigten Königreich mit Abstand am höchsten (5,8 Mrd. EUR); auf
Platz zwei und drei liegen Frankreich (2,9 Mrd. EUR) und Deutschland (1,2 Mrd. EUR).

Aus dem Ausland stammende Forschungsgelder wirken sich positiv auf das Wachstum des Ziellandes aus, indem dort die Kosten für Forschung und Entwicklung sinken und gleichzeitig Innovationen gefördert werden. Die Bedeutung ausländischer Mittel ist derart gestiegen, dass der Kampf um Investitionen inzwischen zu einem Wettbewerb zwischen Industrie- und Entwicklungsländern geworden ist. Immer mehr Mittel aus europäischen Forschungsfonds fließen ins Ausland – insbesondere in die USA sowie nach China, Indien und Brasilien.

Die Kommission ist der Auffassung, dass die Stärkung des Humanpotenzials in den Bereichen Forschung und Technologie und die Schaffung europäischer „Exzellenzzentren“ die notwendigen Rahmenbedingungen dafür schaffen können, dass mehr ausländische Direktinvestitionen in F & E nach Europa fließen. Eine Studie der Vereinten Nationen belegt, dass ausländische Direktinvestitionen (FDI) immer stärker von der Verfügbarkeit von und den Kosten für hoch qualifizierte Forscher abhängen (siehe EURACTIV vom 10. Oktober 2005).

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.