Europäischer Forschungsrat – wie unabhängig sollte er sein? [DE]

Im wissenschaftlichen Rat herrschen Meinungsverschiedenheiten über den Rechtsstatus des zukünftigen Europäischen Forschungsrates. Dr. Helga Nowotny hat in einem EURACTIV-Interview den derzeitigen Stand der Dinge erläutert.

Der Wettbewerbsrat war am 28. November 2005 auch weiterhin gespalten in der Frage, welchen Rechtstatus der Europäische Forschungsrat (EFR) erhalten soll. Die Kommission hat die Schaffung eines EFR als Exekutivagentur, die gegenüber der Kommission verantwortlich wäre, vorgeschlagen. Einige Wissenschaftler befürchten indes, dass dies dazu führen könnte, dass politische Kriterien wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte bestimmen und dass die Kommission Empfehlungen des wissenschaftlichen Rates des EFR ignoriert. 

Einige Mitgliedstaaten befürworten die Gründung des EFR als rechtlich eigenständige Einrichtung. Diese Idee wird von den wichtigsten wissenschaftlichen Organisationen in Frankreich, Deutschland, Polen, Spanien und Großbritannien sowie einigen Abgeordneten des Europäischen Parlaments unterstützt. Laut des Generaldirektors von GD Forschung, Achilleas Mitsos, könnte ein unabhängiger EFR indes Opfer des Prinzips des „juste retour“ werden. So bestehe die Gefahr, dass Mittel gemäß nationalen Quoten oder der Höhe der Mitgliedsbeiträge statt auf Grundlage wissenschaftlicher Leistung gezahlt würden. 

Dr. Helga Nowotny, Vorsitzende des Europäischen Forschungsbeirats (EURAB) und benanntes Mitglied des wissenschaftlichen Rates des Europäischen Forschungsrates, hat den Vorschlag der Kommission zum Rechtstatus des EFR in einem EURACTIV-Interview begrüßt. Das Interview können Sie hier lesen. 

Der Rat hat sich bislang jedoch lediglich auf eine partielle allgemeine Ausrichtung zum nächsten EU-Rahmenprogramm (RP7) einigen können. Dies bedeutet, dass es bislang keine Einigung über den Haushalt gibt, der für das Programm bereitgestellt werden soll (siehe EURACTIV, 12. Oktober 2005).

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