Europäischer Rechnungshof: EU-Staaten bei 5G Ausbau abgehängt

Der Rechnungshof warnt, dass ein „hohes Risiko“ bestehe, dass Europa seine Ziele für den 5G-Ausbau nicht erreichen könnte.   [Suwin/Shutterstock]

Aufgrund von Verzögerungen beim 5G-Ausbau droht Europa weiter ins Hintertreffen zu geraten. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, forderte der Europäische Rechnungshof die Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission dazu auf, die Bemühungen beim 5G Ausbau weiter zu intensivieren.

Die EU hat sich ambitionierte Ziele für den 5G-Ausbau gesteckt. Bis 2025 sollten alle städtischen Gebiete in der EU mit 5G-Netzen versorgt sein. Allerdings stuft der Rechnungshof in einem am Montag (24. Januar) veröffentlichen Bericht die Wahrscheinlichkeit für die Erreichung des Ziels in 17 der 27 Mitgliedsstaaten als im besten Fall als mittelmäßig ein – darunter auch Deutschland.

Der Rechnungshof warnt daher, dass ein „hohes Risiko“ bestehe, dass Europa seine Ziele für den Ausbau nicht erreichen könnte.

„In der gesamten EU werden bis 2025 bis zu €400 Milliarden für den Ausbau der 5G-Netze ausgegeben, um das künftige Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern“, betonte Annemie Turtelboom, Mitglied des Europäischen Rechnungshofs und Mitautorin des Reports.

„Da aber viele Mitgliedstaaten hinterherhinken, ist die EU noch weit davon entfernt, die Vorteile der 5G-Technologie auch nutzen zu können“, mahnte Turtelboom.

Insbesondere im internationalen Vergleich zeigen sich Lücken beim Ausbau. Bis 2025 werden laut den Prognosen der GSM Association lediglich 35 Prozent der Mobilfunknetze in Europa auf 5G basieren. In Nordamerika soll sich der Ausbau im gleichen Jahr schon auf 51 Prozent belaufen. In Australien, Japan und Südkorea sogar auf 53 Prozent.

Allerdings sind laut dem Rechnungshof-Bericht nicht allein die Mitgliedsstaaten für den schleppenden Ausbau verantwortlich. Auch die Europäische Kommission wird in dem Bericht gerügt.

Zwar habe die Kommission die Mitgliedsstaaten durch verschiedene Initiativen bei der Umsetzung des 5G Aktionsplans der EU unterstützt, allerdings wurde es verabsäumt, klare qualitative Kriterien für 5G-Dienste zu formulieren, so der Report. Dies könnte in der Folge zu Ungleichheiten der Qualität von 5G Netzen in der EU führen und digitale Gräben zwischen EU-Ländern weiter vertiefen.

Der 5G Ausbau gilt als einer der wesentlichen Grundvoraussetzungen für den Erfolg der digitalen Transformation und bildet die Grundlage für Zukunftsinnovationen im Bereich des Internets der Dinge, dem autonomen Fahren oder der Industrie 4.0.

Subscribe to our newsletters

Subscribe