Europa steht vor Qualifikationskrise [DE]

Trotz der wachsenden Arbeitslosigkeit, können Millionen von Stellen in der EU nicht besetzt werden, so Rudi Thomaes, Vorsitzender des belgischen Unternehmerverbandes. Die europäische Erwerbsbevölkerung habe nicht die richtigen Fähigkeiten um dem Bedarf moderner Unternehmen gerecht zu werden, sagte er.

Thomaes sagte, vier Millionen freie Stellen seien im letzten Jahr unbesetzt geblieben, da die 18 Millionen arbeitslosen Europäer nicht die Qualifikationen besessen hätten, die für das Besetzen der Positionen notwendig gewesen seien. 

Man habe es mit einer noch nie da gewesenenDiskrepanz zwischen Fähigkeiten und Personal zu tun. Die Arbeitslosenzahlen würden dieses Jahr von 18 Millionen auf 22 Millionen ansteigen, obwohl es weiterhin vier Millionen freie Stellen gebe, sagte er. 

Eine umfassende Serie von Umschulungsprogrammen würde benötigt um die Arbeitskräfte an die Anforderungen der Arbeitgeber anzupassen. 

Thomaes sprach auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Europäischen Wirtschaftsgipfels (EBS), der am 26. und 27. März stattfinden wird und dessen Themen die anhaltenden Turbulenzen der globalen Wirtschaft sein werden. 

Er offenbarte, dass selbst das Stattfinden der Konferenz in Gefahr gewesen sei, da aufgrund der Finanzkrise kaum Sponsoren gefunden werden konnten. 

Man sei in den letzten sechs Monaten sehr besorgt um die Sponsoren des Ereignisses gewesen. Eine große Anzahl von Konferenzen sei bereits abgesagt worden, weshalbes nicht einfach gewesen sei, die nötige Summe von einer Millionen Euro aufzutreiben. 

Thomaes sagte, dass abstürzende Einnahmen von großen Unternehmen des Automobil- und Finanzsektors ernste Zweifel an der Durchführbarkeit desEBS aufkommen lassen hatten, die zweitätige Konferenz finde nun aber doch wie geplant statt. 

Ebenfalls auf der Pressekonferenz sprach Philippe de Buck, der Generalsekretär von BusinessEurope. Er sagte, derEBS werde eine gute Gelegenheit sein, die Wichtigkeit von Angelegenheiten von Personal, Umwelt und Finanzen für die Wirtschaft zu betonen. 

Er gab zu, dass die Wirtschaft Verantwortung für die Krise übernehmen müsse, sagte aber, dass der freie Markt weiterhin ein wichtigesFundament in Europas Zukunft sein solle. 

Als Wirtschaftsvertreter müsse man akzeptieren, dass die Krise vom privaten Sektor und nicht von den Regulierungsbehörden oder Regierungen verursacht worden sei. Man müsse zwar bescheiden sein, aber der freie Markt solle trotzdem überleben, sagte de Buck. 

Auch wenn die europäische Wirtschaft jetzt staatlicher Rettungspläne bedürfe, sei ein marktzentrierter Ansatz langfristig von entscheidender Bedeutung, fügte er hinzu. 

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