EU-Strafe: Google-Mutter Alphabet macht zehn Prozent weniger Gewinn

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Die EU-Kommission hat der Google-Mutter wegen „illegaler Praktiken“ eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro auferlegt. Das zeigt sich in der Bilanz des Megakonzerns.

Infolge der von der EU verhängten Rekordstrafe ist der Gewinn des Google-Mutterkonzerns Alphabet im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Er sank um 9,3 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro), wie Alphabet am Montag mitteilte. Zwar sähe der Gewinn ohne Berücksichtigung der EU-Strafe deutlich besser aus – und noch hat das Unternehmen keine Zahlungen an die EU Kommission vorgenommen. Google hat erst einmal Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Dennoch werden bereits entsprechende Rücklagen gebildet, die sich auf die Bilanz auswirken.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten dem kalifornischen Unternehmen zuletzt vorgeworfen, seine Dominanz bei Software für Mobilgeräte auszunutzen und letzte Woche eine Strafe von 4,3 Milliarden Euro verhängt. Das Unternehmen habe Smartphone-Herstellern und Mobilfunknetzbetreibern seit 2011 unzulässige Vorschriften für die Verwendung von Android gemacht und verlangt, bestimmte Google-Apps vorzuinstallieren. Damit habe Google Android dazu verwendet, die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine zu festigen, hatte die EU-Kommission argumentiert.

Das Unternehmen steht bereits länger unter politischem Druck. Schon im vergangenen Jahr hatte eine Strafe der EU-Kommission von 2,4 Milliarden Euro das Ergebnis von Google belastet. Ein dritter Fall wegen des Anzeigendienstes Adsense ist noch anhängig. Allerdings verfügt Google über Finanzreserven von 89 Milliarden Euro.

Insgesamt konnte Alphabet seinen Umsatz dennoch seit zwei Jahren in jedem Quartal um mehr als 20 Prozent steigern. “Es gibt keinen Zweifel an der Vorherrschaft von Google auf den Markt für digitale Werbung”, lobte Analyst Richard Kramer von Arte Research. Google erwirtschaftet 86 Prozent seines Umsatzes mit Werbung und investiert, um diese Stellung zu behaupten.  Auch in diesem Jahr nahm der Umsatz dank hoher Einnahmen aus der Werbung um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu: Er schwoll um 25,5 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar an.

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